Wahl stößt beim Jungvolk durchaus auf Interesse

JZ-Mitarbeiter Joachim Struwe und Renate Richwien suchten anlässlich der Bundestagswahl im Jugendzentrum das politische Gespräch mit Kindern und Jugendlichen. Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Im erstmals zum Wahllokal umfunktionierten Jugendzentrum Nachrodter Kurve gab’s am Sonntag ein interessantes Begrüßungsangebot: Renate Richwien und Joachim Struwe luden die Wähler auf fair gehandelten Kaffee und Plätzchen ein. Nach der Stimmabgabe gab’s im Wahlcafé die Gelegenheit zu einem politischen Plausch.

So einen Service bot wahrhaftig nicht jeder Ort, an dem die Bürger ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben konnten. Für JZ-Leiterin Renate Richwien und ihren Kollegen Joachim Struwe ergab sich während der Sonderöffnungszeit zur Bundestagswahl oft ein Wiedersehen mit alten Bekannten: „Wir haben hier einige ehemalige Kurven-Gäste wiedergesehen, von denen wir vor zehn Jahren nicht gedacht hätten, dass sie mal politisches Interesse zeigen und wählen gehen würde“, war Struwe ganz angetan von der Wahlbeteiligung junger Bürger.

Das Wahlcafé sollte auch Nichtwahlberechtigte ansprechen, die für eine Stimmabgabe noch zu jung sind. Mit jungen Leuten im Teenageralter wollte das Team über die Themen Wahlfreiheit und Demokratie in Richtung Kinderarbeit und Fairer Handel ins Gespräch kommen. Diese Altersgruppe suchte das Wahlcafé am Sonntag aber nicht auf. Es waren noch jüngere Kunden, die immer im Jugendzentrum vorbeischauen, um Renate Richwien und Joachim Struwe zu besuchen.

Die Wahl stieß aber beim Jungvolk durchaus auf Interesse: Vom Tresen des Jugendzentrums aus beobachteten die Kinder die Wahlhelfer und die Stimmabgabe der Wähler an der Urne. Ein vorwitziger Gast fragte dann die Wähler, was sie gewählt hätten. „Das war für uns natürlich die Gelegenheit, mit Kindern über das Wahlgeheimnis zu sprechen“, sagte Renate Richwien.

Das Tässchen fair gehandelter Kaffee stand natürlich jedem Bürger offen, der nach der Wahl noch nicht direkt heimgehen wollte. Die Papiere zu den Fair-Trade-Waren wird Renate Richwien natürlich nicht entsorgen, sondern das Thema zu einem späteren Zeitpunkt mal mit jungen Leuten aufgreifen. Insbesondere in Fragen der Mode sind faire Produktionsbedingungen ein wichtiges Thema. „Woher ihr T-Shirt kommt und ob es von anständig bezahlten Arbeitnehmern hergestellt wurde, das wissen viele Verbraucher einfach nicht“, so Renate Richwien. Auch die Politik kann schließlich beeinflussen, ob unsere Produkte des täglichen Gebrauchs nicht nur zum günstigen Nutzen des Verbrauchers sind. Mit dem Thema kann sich die Bundesregierung gleichermaßen beschäftigen, wie der Nachrodt-Wiblingwerder Bürger. - Ina Hornemann

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