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Bundestagsabgeordnete eröffnet Büro in Nachrodt-Wiblingwerde

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk hat in Nachrodt ein Büro eröffnet.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk hat in Nachrodt ein Büro eröffnet. © Fischer-Bolz, Susanne

„Wer reinkommt, kann rausgucken – und mich bei Kaffee oder Tee kennenlernen“, steht locker-flockig auf einem Aufsteller, der nun regelmäßig nach draußen getragen wird.

Auf der Rückseite heißt es: „Heute ist ein guter Tag.“ Was eventuell auch mit den frischen Erdbeeren und der Schokolade zu tun hat. Die gibt es nämlich auch – aber wahrscheinlich nicht immer – im Büro von Bettina Lugk. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete hat schräg gegenüber vom Amtshaus in Nachrodt-Wiblingwerde an der Hagener Straße 81 ein Büro eröffnet. Sie teilt es sich mit dem SPD-Ortsverein, der dort sein Parteibüro hat.

Also: Die roten Sessel waren schon da. Immer, wenn Bettina Lugk vor Ort ist, also gerade keine Sitzungswochen in Berlin sind, freut sie sich auf Besuch. Der darf einfach vorbeikommen. „Ich habe nun zwei Büros, in Iserlohn und in Nachrodt, also im größten und im kleinsten Ort des Wahlkreises. Die Botschaft finde ich gut. Und die Lage hat mir gefallen“, sagt die Politikerin. Sie hofft, dass die Bürger einfach hineinschneien. Mit oder ohne Anliegen. Das Kennenlernen und ins Gespräch kommen sind für die Bundestagsabgeordnete wichtig. „Leider kann ich keine festen Termine nennen, wann ich da bin. Aber das Büro soll wirklich eine kleine Anlaufstelle werden.“

Lugk wird oft angesprochen

In Iserlohn ist das Büro an der Elisabethstraße zwar auch recht zentral, aber fußläufig nicht ganz so gut zu erreichen. „Aber wenn ich dort unterwegs bin, werde ich oft angesprochen. Auch auf dem Markt zum Beispiel.“

Wer ist der Mensch hinter der Politikerin? Seit der Bundestagswahl und ihrem Einzug in das Parlament lässt Bettina Lugk die Bürger in ihrem Wahlkreis an ihrem Leben teilhaben – mit oft witzigen Posts, mit Bildern aus Berlin oder ihrem Wahlkreis, mit persönlichen Erlebnissen, wenn sie mal wieder auf den nächsten Zug wartet und recht trocken formuliert: „Die Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen ist doch sehr unterschiedlich.“

Meilenweit von einer 38,5-Stunden-Woche entfernt

Bettina Lugk glaubt, dass die Leute nicht nur die politischen Botschaften wichtig finden, sondern auch wissen wollen, wer denn der Mensch dahinter ist, wie der so tickt. Von einer 38,5 Stunden-Woche ist sie meilenweit entfernt. Die hat sie oft schon mittwochs voll. Doch sie brennt für die Arbeit und hat auch im Landtagswahlkampf ihre Parteikolleginnen Anja Ihme und Inge Blask nach Kräften unterstützt.

Hat der Wahlkampf sie an ihren eigenen erinnert? „Ja, und ich war auch fast genauso geschafft“, erzählt sie lachend. Doch die CDU konnte die drei Direktmandate in den Wahlkreisen 121, 122 und 123 gewinnen. Ein dicker Dämpfer für die SPD. „Wir hatten eine niedrige Wahlbeteiligung und mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Themen auf Bundesebene starken Einfluss hatten“, so Bettina Lugk – und steckt den Finger in die Wunde: Alle Erwerbstätigen sollen eine einmalige Energiepreispauschale von 300 Euro brutto bekommen. Aber die Rentner nicht. „Ich hätte persönlich in unserer Region auch den Rentnern die 300 Euro ausgezahlt. Das Neun-Euro-Ticket ist ein gutes und wichtiges Modul im Entlastungspaket, kommt aber aufgrund der Infrastruktur, die wir hier haben, nicht ganz so zum Tragen, um es mal vorsichtig auszudrücken“, findet Bettina Lugk. „Unsere Senioren holen die Enkelkinder von der Schule ab, fahren sie zum Sportverein, sind sehr viel unterwegs. Insofern hätte ich es richtig gefunden, wenn im ländlichen Raum die Senioren auch etwas gehabt hätten. Und genau das wurde mir auch vor der Wahl sehr oft gesagt. Die Leute, die enttäuscht waren, haben nicht etwas anderes gewählt, sondern sind nicht zur Wahl gegangen“, so die Sozialdemokratin.

Nicht die Letzte im Schützenzelt

Die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine dagegen seien eher nicht verantwortlich gewesen. „Das Fröhlichste, was ich zu dem Thema hatte, war ein kleiner Junge an einem Infostand. Er fragte mich, was schwere Waffen sind, und ob das die sind, die man nicht mehr tragen kann.“

Vor Ort sorgt sich Bettina Lugk um die Verkehrssituation. „Wenn ich mich als Fachkraft ins Auto setze, um zum Vorstellungsgespräch zu fahren, und hier schon eineinhalb Stunden brauche, dann muss man nicht mehr lange überlegen. Die Leute werden auch woanders gesucht.“ Für den Sommer freut sie sich auf die vielen Veranstaltungen, auch auf die Schützenfeste. „Man muss ja nicht die Letzte sein, die das Zelt verlässt“, lacht sie. „Es sind die Begegnungen, auf die ich mich freue. Und das Wichtigste ist doch letztlich, das, was versprochen war, auch einzuhalten“, findet Bettina Lugk. Ihre Faustregel ist übrigens: Mindestens drei Termine pro Tag, wenn sie im Wahlkreis ist. „Das ist natürlich eine Menge zu organisieren.“

Fahrrad-Tour durch den Wahlkreis

Freitags abends macht sie allerdings kaum Termine, „weil ich nie weiß, wo ich mit der Bahn hängen bleibe.“ Möglicherweise gibt es auch eine Fahrrad-Tour im Sommer durch den Wahlkreis. Ziel ist nicht nur die schönsten Eckchen kennenzulernen und zu fotografieren, sondern auch die Radwege unter die Lupe zu nehmen. In Nachrodt dürfte es sie dann gleich an der B236 vom Rad reißen.

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