Bürgermeister-Kandidaten im Wahlkampf-Endspurt

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Birgit Tupat und Gerd Schröder nach dem ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag: Eine(r) von beiden wird neues Gemeindeoberhaupt.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ In den letzten Tagen vor der entscheidenden Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Nachrodt-Wiblingwerde geben die beiden verbliebenen Kandidaten noch einmal Gas.

Unter anderem im Internet versuchen die parteilose Birgit Tupat und der SPD-Kandidat Gerd Schröder noch einmal, ihre Wähler an die Urnen zu bringen.

Die 45-jährige Birgit Tupat, die im bisherigen Wahlkampf mehr auf persönliche Gespräche als auf Unterstützung durch Polit-Prominenz oder gedruckte Wahlwerbung gesetzt und im ersten Wahlgang mit 43,1 Prozent die meisten Stimmen erhalten hat, hat nicht nur ihre Internetseite, sondern auch ihr Facebook-Profil noch einmal überarbeitet. Auf Facebook sind jetzt symbolträchtige Fotos der Kandidatin zu finden, mit denen sie die Situation in der Doppelgemeinde verdeutlichen will und um die Unterstützung der Bevölkerung wirbt – nicht bei der Stichwahl am Sonntag. In einem Fotoalbum mit dem „Überwinden Sie den Schweinehund“ will sie nicht nur zur Teilnahme an der Wahl animieren. Mit den enthaltenen Fotos will sie auch ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatgemeinde demonstrieren, indem sie zum Beispiel auf „viele schöne Ecken“ verweist, die es zu erhalten gelte. Auf einem an den Brenscheider Mühlen entstandenen Foto ist sie zu sehen, wie sie am großen Wasserrad dreht. „Um die Finanzen der Gemeinde in den Griff zu bekommen, müssen viele kleine und große Räder in Schwung gebracht werden“, ist daneben zu lesen. Auf einem dritten Foto schmiegt sich Tupat an die gewaltige, 500-jährige Hexeneiche in Finkingsen, den wohl ältesten Baum der Gemeinde. Gewachsene Strukturen müssten aufgebrochen werden, um in eine sichere Zukunft zu starten, erklärt sie dazu. Zu jedem der insgesamt sieben Fotos gehört Tupats Appell, dass sie dazu die Unterstützung der Wähler brauche.

Der 56-jährige Sozialdemokrat Gerd Schröder geht auf seiner aktualisierten Internetseite noch einmal auf die hohe Zahl der Nichtwähler im ersten Wahlgang ein. Er appelliert an die Nachrodt-Wiblingwerder, bei der Stichwahl am Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Schröder hatte im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag 37 Prozent der Stimmen geholt.

„Gerade in der vergangenen Woche ist uns allen noch einmal deutlich vor Augen geführt worden, in welcher desolaten Finanzsituation sich unsere Gemeinde befindet. Doch gerade jetzt dürfen wir nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen zielstrebig nach vorne schauen und die Sanierung des Haushalts in Angriff nehmen“, gibt er sich tatendurstig. Für die anstehenden Aufgaben sei Verwaltungs- und Finanzwirtschaftserfahrung erforderlich, die er mitbringe, betont Schröder, der seit fast 40 Jahren bei der Stadt Hagen arbeitet und dort für Finanzen und Controlling zuständig ist. Den in einem User-Kommentar auf come-on.de unterschwellig erhobenen Vorwurf, als „Finanzjongleur“ an den umstrittenen Derivategeschäften der Stadt Hagen beteiligt gewesen zu sein, weist Schröder übrigens energisch zurück: „Dafür waren die Fraktionsspitzen und der Kämmerer verantwortlich. Ich war seinerzeit im Rechnungsprüfungsamt beschäftigt und an den Entscheidungen über diese Dinge zu keiner Zeit beteiligt.“ ▪ vg

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