Bürgermeisterkandidat Schröder verspricht nichts

Bürgermeisterkandidat Gerd Schröder sprach über seine Vorstellung zur Weiterentwicklung der Gemeinde. Ebenfalls anwesend war – nicht nur auf dem Wahlplakat – der SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Zwei Kandidaten auf einen Schlag präsentierte die SPD am Donnerstagabend in der Rastatt: Mit Gerd Schröder stellte sich der Bewerber um das Bürgermeisteramt vor, mit Michael Scheffler war der Landtagskandidat der Sozialdemokraten zugegen.

Beide verbreiteten Zuversicht vor den Wahlen im Mai.

Gerd Schröder skizzierte in etwa einer halben Stunde, welchen Weg die Gemeinde nach seiner Auffassung einschlagen müsse, um gleichermaßen lebenswert wie überlebensfähig zu bleiben. Die Infrastruktur müsse den durch den demografischen Wandel eintretenden Bedingungen angepasst werden. Die Aufgabe eines Bürgermeisters sei es, den hier lebenden Menschen Perspektiven zu bieten. „Wir müssen Mittel und Wege finden, junge Menschen hier zu halten und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten“, so Schröder. Wichtig sei ihm auch, die ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde zu stärken, sagte er weiter. Das vor einigen Jahren initiierte „Netzwerk Ehrenamt“ sei „leider in den Kinderschuhen stecken geblieben“, Schröder will die Idee wieder aufgreifen.

In der interkommunalen Zusammenarbeit mit Altena sieht Schröder offenbar kein Allheilmittel für die gemeindlichen Probleme. Bei den Pflichtaufgaben der Gemeinde könne sie eher nützlich sein als bei den freiwilligen Leistungen, betonte er. Um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen, müssten neben Einsparungen weitere Mittel und Wege gefunden werde, sei seine Überzeugung. Steuererhöhungen seien nicht auszuschließen, notfalls sollten jedoch zuerst kommunale Gebühren angehoben werden. „Letztlich sind aber auf die Vorgaben der Gemeindeprüfungsanstalt angewiesen“, verwies Schröder darauf, dass sich Nachrodt-Wiblingwerde im Nothaushalt befinde und nicht mehr ganz frei entscheiden könne. Versprechungen könne er deshalb ohnehin nicht machen: „Wir müssen mit dem haushalten, was uns zur Verfügung steht.“

Auf seinem Weg wolle er die Bürger stärker in kommunalpolitische Entscheidungen einbinden, im Dialog mit ihnen erfahren, wie sich sich die Entwicklung ihrer Gemeinde vorstellen, kündigte Schröder an, als Bürgermeister auf Transparenz und Mitwirkung setzen zu wollen. Er wolle „die Gemeinde aus einer gewissen Lethargie herausholen“, zeigte Schröder zum Schluss Tatendrang.

Der Landtagskandidat Michael Scheffler zeigte auf, welche positive Entwicklung das Land aus seiner Sicht seit dem Regierungswechsel zu Rot-Grün vor 20 Monaten genommen habe. „Land und Kommunen begegnen sich wieder auf Augenhöhe“, betonte er mehrfach. Scheffler zeigte Verständnis für die notleidenden Städte und Gemeinden, zu denen auch Nachrodt-Wiblingwerde gehört. Insbesondere gegen die Soziallasten könnten sie nicht mehr ansparen, sagte er und forderte eine Beteiligung des Bundes ein. Das kam an bei den Zuhörern, insbesondere bei denen, die selbst kommunalpolitisch aktiv sind. Beifall gab es auch für Schefflers Forderung, die Soli-Zahlungen zu hinterfragen. „Nicht die Himmelsrichtung ist entscheidend, sondern die Notwendigkeit“, stellte er die andauernde Unterstützung der ostdeutschen Bundesländer infrage. Der Westen dürfe nicht abgekoppelt werden. ▪ vg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare