Bürgermeisterin stellt CDU-Fraktion Ultimatum

NACHRODT-WIBLINGWERDE- Bürgermeisterin Beatrix Naujoks reagiert jetzt massiv auf die Vorwürfe des CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Herbel. In einem Schreiben an den Fraktionschef zitiert sie Herbel, der ihr vorwerfe, erhebliche Informationen vor der Kommunalwahl unterdrückt, daher den Rat missachtet habe. Sie habe die Öffentlichkeit und Teile des Rates hinter die Fichte geführt. Nicht nur im Rat, sondern auch im „Nachrodt-Wiblingwerder“ - eine CDU-Zeitung - habe Herbel diesen Vorwurf öffentlich wiederholt. Von Peter von der Beck

Dabei geht es um die Anwürfe Herbels, sie habe die enormen Mindereinnahmen nicht rechtzeitig mitgeteilt. Herbel zog sogar den vergleich zur Dortmunder Kommunalwahl, bei der ein enormes Haushaltsloch bekanntermaßen erst am Tag nach der Wahl bekannt gemacht wurde. Was am langen Ende zur Wiederholung der Wahl Dortmund führt.

Bürgermeisterin sieht Vorwürfe als Verleumdung

Die Bürgermeisterin schreibt: „Da diese Anschuldigungen nicht den Tatsachen entsprechen, sehe ich diese Vorwürfe als Verleumdung an. Ich erwarte daher von Ihnen und den Mitgliedern der CDU-Ratsfraktion eine öffentliche Entschuldigung bis spätestens 4. März“. Falls das nicht geschehe, behalte sie sich weitere Schritte vor.

So steht es in dem Brief an den CDU-Fraktionsvorsitzenden (mit Kopie an die Fraktionsmitglieder), welcher der Redaktion zugespielt wurde. Datiert ist das Schreiben auf Mittwoch, 24. Februar. Just an diesem Tag tagte die Elefantenrunde, an der unter den beteiligten Fraktionsspitzen eine sachorientierte Atmosphäre geherrscht haben soll.

Die Bürgermeisterin war während der angesprochenen Ratssitzung am 8. Februar wegen Krankheit nicht anwesend.

Peter Herbels Reaktion:

„Ein müdes Lächeln“

Gegenüber der Redaktion sagte Herbel gestern Abend, dass er für das Schreiben der Bürgermeisterin nur „ein müdes Lächeln“ übrig habe. Natürlich hatte der CDU-Fraktionschef schon reagiert und der Bürgermeisterin ein Fax geschickt. Darin schreibt er auf, wie er zu seinen Vorwürfen kommt: In der Ratssitzung vom 21. September habe Kämmereileiterin Gabriele Balzukat den Rat über den Anstieg des Defizits um weitere zwei Millionen Euro informiert. Er habe gefragt, seit wann die Verwaltung das wisse und Gabriele Balzukat habe ihm geantwortet seit Ende Juni, Anfang Juli. Auf eine weitere Frage, wer sie angewiesen habe, den Rat erst so spät zu informieren, habe Balzukat gesagt, dass dies auf Wunsch der Bürgermeisterin geschehen sei, schreibt Herbel in seinem Fax an die Bürgermeisterin. Somit habe Naujoks eindeutig mit wichtigen Informationen hinter dem Berg gehalten. „Ich stelle anheim, weitere Schritte gegen mich einzuleiten, und sehe diesen mit äußerster Gelassenheit entgegen“. Die freundlichen Grüße lässt er weg.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare