„Hätte ich etwas erwidern dürfen, hätte ich es gemacht“

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Bürgermeisterin Birgit Tupat bezog zwar während der Ratssitzung heftig Schelte, verlor aber ihr Lächeln trotzdem nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Sie lächelte. Ein bisschen gequält. Aber sie lächelte. „Hätte ich etwas erwidern dürfen, hätte ich es getan“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die während der Sitzung des Rates von allen Seiten angegangen wurde. Von fast allen Seiten. Nur die UWG hatte keine Schelte für die Verwaltungschefin. SPD und CDU dagegen wetterten in ihren Haushaltsreden nicht zu knapp.

„Es hat sich nicht verändert. Sie verwalten die Gemeinde. Innovationen, die Entwicklung von Ideen und in die Zukunft gerichtete Perspektiven sind nach wie vor Fehlanzeige. Wir vermissen auch nach über drei Jahren Amtszeit ihre Handschrift in dieser Gemeinde“, erklärte Susanne Jakoby für die Sozialdemokraten.

„Mit wenig Geld ist man für Innovationen doch sehr eingeschränkt“, erklärte Birgit Tupat gestern im Gespräch mit dem AK. Und natürlich gebe es auch viele Ideen, die nicht nach außen posaunt würden. Zudem komme man als kleine Kommune an so manche Fördertöpfe nicht dran. „Das würde ich mir auch anders wünschen.“ 

Schlecht geschlafen hat die Bürgermeisterin aufgrund der deutlichen Worte der Kommunalpolitiker nicht. Denn so manche Vorwürfe seien aus der Luft gegriffen. 

Wie zum Beispiel der Seitenhieb von Lars Wygoda, der für die CDU-Fraktion sprach: „Wir fordern Sie auf, den Rat bei geplanten Einstellungen oder Umbesetzungen stets frühzeitig zu informieren, Alleingänge werden wir nicht mehr dulden. Ansonsten muss man ernsthaft einmal über eine Änderung der Hauptsatzung nachdenken.“ 

Personalentscheidungen bis zum mittleren Dienst sind, so sagt die Bürgermeisterin, immer noch einfaches Geschäft der laufenden Verwaltung. „Ab dem gehobenen Dienst wird die Politik immer mitgenommen.“ Bei der Personalentscheidung, um die es sich wohl drehe, gehe es nicht um eine Führungskraft. „Es passt den Herrschaften wohl nicht, wen ich eingestellt habe. Aber ich muss mit den Menschen hier arbeiten.“

Kopfschütteln hat sie besonders für den Vorwurf der CDU übrig, dass beim Stellenplan kein nachhaltiges Sparen zu erkennen sei. Die Personalkosten seien um 100.000 gesunken, „weil wir eineinhalb Stellen einsparen konnten.“ 

Auch, dass die Politiker zu wenig informiert und zu wenige Sitzungen stattfinden würden, sieht die Bürgermeisterin anders: „Natürlich können wir uns interfraktionell zusammensetzen. Nur gab es oft keine diskussionswürdigen Punkte.“

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