Bürgermeisteramt ist ein begehrter Job

Wer wird neuer Chef im Amtshaus an der Hagener Straße? Oder wird es am Ende wieder eine Chefin?

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die CDU hat den ersten Schritt gemacht und Klaus-Dieter Jacobsen als Bürgermeister-Kandidaten ins Gespräch gebracht. Jetzt ziehen andere Bewerber nach. Mindestens zwei, eher drei weitere werden sich um die Nachfolge von Bürgermeisterin Beatrix Naujoks bewerben, die am Monatsende offiziell aus dem Amt scheiden wird.

Einer der Kandidaten, die das Spitzenamt im Amtshaus anstreben ist der 50-jährige Gerd Kemmerling. Er arbeitet beim Märkischen Kreis und ist dort für das Personal im Rettungsdienst zuständig. „Von der Personalauswahl bis zur Entlassung“, umschreibt Kemmerling seinen Aufgabenbereich ziemlich grob. Jetzt will er als parteiloser Kandidat zur Bürgermeisterwahl in der Doppelgemeinde antreten.

Gerd Kemmerling (50) möchte für seinen Heimatort arbeiten.

„Für den Ort zu arbeiten, in dem man groß geworden ist, fände ich schön“, sagt der gebürtige Nachrodter. Eine Bewerbung als Einzelkandidat hält er für denkbar, glaubt aber, dass es einfacher wäre, eine Partei oder Wählergruppierung im Rücken zu haben. Das könnte die SPD sein, denn aus seiner sozialdemokratischen Gesinnung macht Kemmerling kein Hehl: „Mein Vater war fast 50 Jahre in der SPD, so etwas prägt“, sagt er. Das Problem ist nur: Bei der Kommunalwahl 2009 ist Gerd Kemmerling noch als Ratskandidat der SPD angetreten, sich aber kurz darauf von den Sozialdemokraten abgewandt. „Das passte irgendwie nicht“, blickt Kemmerling heute zurück. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) könnte seine neue politische Heimat werden, zumal Kemmerling selbst sich inzwischen, nach seinem Austritt aus der SPD, als „parteipolitisch neutral“ bezeichnet. Ob die UWG ihn jedoch auf den Schild hebt, ist noch völlig offen. „Bei uns ist noch nichts entschieden“, ließ sich kürzlich der stellvertretende UWG-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Hohage zitierten. Das lässt Raum für Spekulationen.

Eine Kandidatin, die auch auf der Suche nach Unterstützung ist, ist die 45-jährige Birgit Tupat. Als Leiterin des Fachbereichs Sicherheit/Ordnung im Amtshaus kennt sie die Gemeindeverwaltung aus dem Effeff. Nach dem Abitur hat die gebürtige Nachrodterin hier vor 26 Jahren ihre Ausbildung gemacht, hat es mittlerweile bis zur Verwaltungsfachwirtin gebracht.

Birgit Tupat (45) reizt das Führungsamt ebenfalls.

Sie bekennt ganz offen, Interesse am Amt der Bürgermeisterin zu haben. „Auch ohne Rückhalt einer Partei“, wie sie sagt. „Ich gehe davon aus, dass mich viele Bürger kennen“, glaubt Tupat, der „die Nähe zum Bürger“ wichtig ist. Allerdings kann sie sich auch vorstellen, als Kandidatin einer Partei anzutreten. „Es finden noch Gespräche statt“, sagt sie geheimnisvoll.

Und was ist mit der SPD, der Partei der jetzt aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Bürgermeisterin? Sie hält sich noch bedeckt, möchte nach Worten ihrer Vorsitzenden Susanne Jakoby keine Namen nennen, bevor Beatrix Naujoks tatsächlich ihren Platz geräumt hat. Die hat am 31. Januar ihren letzten Arbeitstag, wird im Rahmen des Neujahrsempfanges am 12. Februar offiziell verabschiedet. Gut möglich, dass daran auch der Bürgermeisterkandidat der SPD teilnehmen wird, denn seit Wochen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Gerd Schröder sich um das Amt bewerben wird. Der Mittfünfziger ist derzeit zweiter stellvertretender Bürgermeister und arbeitet als Diplom-Verwaltungswirt bei der Stadt Hagen. Gewisse berufliche Vorkenntnisse würde er also mitbringen.

Gerd Schröder ist möglicherweise Kandidat der SPD.

Allerdings hält er sich noch bedeckt, was eine mögliche Kandidatur angeht: „Wir haben nach wie vor eine Bürgermeisterin. Aus Respekt vor ihr werde ich mich erst nach dem 31. Januar äußern“, betonte Schröder am Mittwoch im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Ein Dementi hört sich anders an.

Gewählt wird der neue hauptamtliche Bürgermeister – oder die Bürgermeisterin – übrigens aller Voraussicht nach am Sonntag, 6. Mai. Das hat der Gemeinderat zwar noch nicht beschlossen, aber alle Fraktionen haben sich bereits auf diesen Termin verständigt. Die gesetzliche Vorgabe, dass beim Ausscheiden eines Bürgermeisters der Nachfolger innerhalb von sechs Monaten feststehen muss, wäre damit erfüllt. ▪ vg

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