Kampf um Erhalt des Jugendzentrums beginnt

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Sylvia Olbrich (l.) gab den Anstoß zur Gründung einer Bürgerinitiative, die das Jugendzentrum retten will.

Nachrodt-Wiblingwerde - Eine Bürgerinitiative will sich für den Erhalt des Jugendzentrums Nachrodter Kurve einsetzen. Gegründet wurde sie am Dienstagabend. In der nächsten Ratssitzung will sie einen Antrag einbringen, der den Beschluss zur Schließung der Einrichtung aufgibt und Bedingungen aufzeigen, wie das JZ durch Bürgerengagement oder mit Hilfe von Institutionen weitergeführt werden könnte.

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Jugendzentrumsnutzer der ersten Stunde machen mobil: Ingo Graetz und Stefan Dresel suchten Nachrodter Kurve und Wiblingwerder Jugendtreff einst als Gäste und später als ehrenamtliche Mitarbeiter auf. Mit im Boot sind auch Regina Tesmer und Katja Bock als Mütter aktueller Besucher. In Elternfunktion ist auch Tobias Scheiblich in die Initiative eingetreten: „Ich bin als Bürger und Vater hier“, erklärte der Nachrodter bei der Gründungsversammlung in der Gaststätte Zur Rastatt. Mit Jugendzentren hat er beruflich Erfahrung: Er leitet die Schalksmühler Einrichtung am Wansbeckplatz. Mitinitiatorin der Bürgerinitiative ist Sylvia Olbrich, Vorsitzende der Grünen im Märkischen Kreis. Sie will den Gemeinderat an seine selbst gesteckten Ziele erinnern und zitiert in dem Antrag aus dem gemeindeeigenen Bericht der offenen Kinder- und Jugendarbeit: Sie soll junge Bewohner erreichen, die nicht in Vereine und Gruppierungen eingebunden sind. Besonders relevant sei offene Jugendarbeit bei Kindern und Jugendlichen, denen im Elternhaus Sicherheit und Geborgenheit fehle. Zunehmend werde familiäre Zuwendung durch den Einsatz von Medien ersetzt, ohne entsprechende Medienkompetenz zu vermitteln. Die Hauptamtlichen im JZ seien für die Jugendlichen Anlaufstelle für Sozialisation und auch Ersatzfamilie.
 

„Unter diesen Umständen kann das Jugendzentrum unmöglich geschlossen werden“, erklärt die Bürgerinitiative, die sich am 30. Juni im JZ selbst vorstellen und mit Vertretern aus Rat und Verwaltung ins Gespräch kommen möchte. „Einfach war das nicht, diesen Termin im Amtshaus festzumachen“, erklärt Sylvia Olbrich. Von behördlicher Seite her sei sie bislang nicht mit offenen Armen empfangen worden. „Auch beim Kreisjugendamt, das für die Schaffung von Alternativangeboten zuständig ist, bekommt man keine Antwort auf die Frage, wie Jugendarbeit in Nachrodt-Wiblingwerde künftig aussehen soll.“

Der Gründungskreis will deshalb möglicherweise selbst Alternativen schaffen. Im Idealfall bleibt die „Kurve“ aber erhalten, wie sie ist. Im Falle einer Ablehnung des Antrags zum Erhalt ist das Bürgerbegehren beschlossene Sache. „Juristische Beratung und Hilfe ist uns schon zugesichert worden”, erklärte Sylvia Olbrich. Interessenten, die mit der Initiative kämpfen möchten, können sie unter der Rufnummer 0 176/21 97 25 64 erreichen. Auch Ingo Graetz (Tel. 0 152/31 05 55 02, E-Mail: igraetz@arcor.de) steht als Ansprechpartner zur Verfügung. 

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