Bürgerstiftung für die Gastronomie in Nachrodt

Qbus: Reicht das Startkapital?

So könnte die neue Gastronomie an der Lenne aussehen.
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So könnte die neue Gastronomie an der Lenne aussehen.

„Qbus“ heißt der geplante Gastro-Paukenschlag in Nachrodt. Jetzt werden die Erfolgsaussichten für eine Bürgerstiftung geprüft. Ausgang ungewiss. Denn es will niemand, dass die Stiftung nach zwei Jahren pleite ist.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Rastatt ist Geschichte, da erblickt eine neue Gastronomie das Licht der Welt. Zumindest vor dem geistigen Auge. Und es soll der gastronomische Paukenschlag für den Märkischen Kreis werden: ein Treffpunkt für alle Generationen mit Café, Gaststätte und Terrasse. Alles mit Blick auf Klaras Höhe. Es steht zwar noch nicht eine Wand, doch auf dem Blatt Papier ist man mit „Qbus“ ein großes Stück weitergekommen.

Bürgerstiftung für Qbus in Nachrodt: 94 Spender

54 700 Euro von 94 Spendern, darunter zehn Unternehmen, verschiedene Vereine und zwölf auswärtige Bürger sind für die Bürgerstiftung eingegangen. Da die 50 000-Euro-Hürde geknackt wurde, wird die Satzung für die Gründung einer Bürgerstiftung fertiggestellt und jetzt zur Stiftungsaufsicht nach Arnsberg geschickt.

Auf Herz und Nieren werden dort die Erfolgsaussichten geprüft. „Es will natürlich niemand, dass eine solche Stiftung in zwei Jahren pleite ist“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Kleiner Dämpfer für geplante Bürgerstiftung in Nachrodt

Einen kleinen Dämpfer hat die Euphorie für die Planungen aber bereits bekommen: „Es hat auch schon Aussagen gegeben, dass Stiftungen erst ab einem Kapital von 100 000 Euro möglich sind. Sobald wir Näheres wissen, werden wir darüber informieren“, erklärte Birgit Tupat während der Sitzung des Rates.

Für sie ist Qbus durchaus eine Herzensangelegenheit. Deshalb hat sie, wie sie erzählt, hauptsächlich in ihrer Freizeit die vorbereitenden Arbeiten für die Bürgerstiftung in Angriff genommen. Und auch viele Gespräche geführt.

So gibt es auch mittlerweile Nachrodt-Wiblingwerder, die bereit sind, im Vorstand der Bürgerstiftung mitzuarbeiten. Drei bis fünf Personen sollen im Vorstand sein, fünf bis zehn im Kuratorium. Das Kuratorium ist das Aufsichtsorgan der Bürgerstiftung.

Kuratorium wählt den Vorstand

Alle Bürger, die ihre Spendenbereitschaft erklärt haben oder noch spenden werden, sind – wenn die Bürgerstiftung „das Licht der Welt erblickt“ – zur Stifterversammlung eingeladen. Sie wählen dann das Kuratorium.

Das Kuratorium wählt seinerseits den Vorstand. Vorgesehen ist auch, dass die Bürgermeisterin Mitglied im Kuratorium ist. „Wir haben das jetzt so geplant und uns an Mustersatzungen orientiert“, sagt Birgit Tupat.

Qbus: Nachrodter Projekt ist mit 450 000 Euro beziffert

Einer der wichtigsten Fragen ist die Finanzierung von Qbus. Das ganze Projekt ist mit 450 000 Euro beziffert. Die Höhe der möglichen Fördergelder ist zurzeit reine Spekulation. Es gibt aber zum Beispiel das Szenario, dass die Stiftung Eigentümerin von Qbus ist und den Gastro-Standort an eine Großbrauerei verpachtet.

Auch dafür soll es schon Gespräche gegeben haben. Natürlich kann und wird es nicht so sein dürfen, dass 100 000 Euro oder mehr auf den Schultern der Bürger verbleiben. Dann müssten noch Investoren ins Boot geholt werden. Fördertöpfe, die infrage kommen könnten, sind zum einen das Leader-Nachfolgeprogramm „Regionale 2025“, zum anderen „Orte am Wasser“ im Rahmen der „Lenneschiene 2.0“.

Auch Sachspenden möglich

Übrigens: Bürger, die Qbus mit Sachspenden unterstützen wollen, sind ebenfalls willkommen. „Es gibt auch schon jemanden, der 10 000 Euro in Sachleistungen erbringen möchte. Allerdings kann man das nicht in das Startkapital hereinrechnen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Sollte die Bürgerstiftung nicht greifen, will man in Nachrodt die Qbus-Idee nicht einfach verwerfen. „Dann könnte es Regionale-Projekte geben oder eine Genossenschaft. Aber wir können nicht zehn Baustellen gleichzeitig aufmachen“, so Birgit Tupat.

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