Bürgerbusfahrer für Notfälle am Straßenrand gewappnet

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Unter Anleitung von Kurt Hoheisel (hinten) übten die Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbusses am Donnerstagabend unter anderem die Herz-Lungen-Wiederbelebung. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Sie sind relativ viel auf der Straße unterwegs, die Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbusses. Da kann es schnell passieren, dass sie einmal in die Situation kommen, bei einem Unfall erste Hilfe leisten zu müssen. Um für diesen Fall gewappnet zu sein, haben sie ihre Kenntnisse am Donnerstagabend aufgefrischt.

Aus den Reihen der Fahrer war der Wunsch aufgekommen, die einst erworbenen Erste-Hilfe-Kenntnisse wieder aufzufrischen. Kurt Hoheisel, Erste-Hilfe-Ausbilder, erarbeitete deshalb am Donnerstagabend mit den Bürgerbusfahrern in der Rastatt die wichtigsten Grundregeln der ersten Hilfe. „Es wird kein kompletter Erste-Hilfe-Lehrgang sein“, sagte er, „aber eine Wiederholung bekannter Dinge. Vieles ist heute noch so wie vor 30 Jahren. Der Druckverband wird immer noch genauso angelegt, und der Notruf noch genauso wie früher abgesetzt.“ Lediglich bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung habe sich der Rhythmus geändert. „Heute lautet er 30:2“, erklärte Hoheisel. Das bedeutet: Der Handballen des Helfers muss 30 mal unterhalb des Brustbeins den Brustkorb niederdrücken, zwei mal wird beatmet.

Das Wichtigste bei der Ersten Hilfe sei der erste Schritt. „Wenn Sie auf eine hilfsbedürftige Person zugehen heißt das nicht immer gleich, dass sie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung machen müssen“, räumte Hoheisel mit einem Vorurteil auf. „In den meisten Fällen sind die Menschen ansprechbar. Fragen Sie, was passiert ist, und fassen Sie die Person an.“ Letzteres sei ganz besonders wichtig, um Kontakt herzustellen. „Beugen Sie sich nicht über den Menschen, sondern knien Sie sich neben ihn“, riet Hoheisel, um dem Hilfebedürftigen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. „Das ist eine unheimlich große Hilfe für jemanden, dem es nicht gut geht.“ Personen, die nicht ganz bei sich sind, sollten liegen gelassen und nicht aufgesetzt werden, empfahl der Referent.

Auch nachdem der Notruf abgesetzt wurde, sollte der Ersthelfer vor Ort bleiben, um Sanitätern und Notarzt eine Zustandsbeschreibung der Person geben zu können. „Es kann hilfreich sein, zu erfahren, ob und wie sich die Person bis zum Eintreffen des Notarztes verändert hat“, erklärte Hoheisel.

„Der größte Fehler ist der, nichts zu tun“, appellierte Hoheisel an die Fahrer, im Notfall zu handeln. „Es muss nicht immer ein Fremder sein, der Hilfe benötigt. Es kann auch der eigene Partner sein, das Kind oder ein Nachbar“, führte er den Bürgerbusfahrern vor Augen. Und selbst bei der von vielen gefürchteten Herz-Lungen-Wiederbelebung sollte nicht zurückgeschreckt werden. „Sie können nichts falsch machen. Einer Person, die keinen Puls mehr hat, können sie nicht noch mehr schaden, denn sie gilt schon als tot.“ Mit praktischen Übungen, unter anderem der Herz-Lungen-Wiederbelebung und Verbands-Übungen, stellte Hoheisel den Bürgerbusverein Situationen nach, mit denen sie auch im Alltag konfrontiert werden könnten. „Ich glaube, wenn man immer den gleichen Ablauf vor Augen hat, hilft das dabei, den ersten Schritt auf eine hilfsbedürftige Person zuzugehen“, so Hoheisel. ▪ sr

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