Bürgerbus-Tag in der Grugahalle / Nachrodter starten Sommeroffensive

Rundum-Paket kommt gut an

Renate und Wolfgang Wawro, Johannes und Inge Illerhaus, Rolf Schulze und Christa und Dieter Nölke waren beim Bürgerbus-Tag.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist eine Erfolgsgeschichte schlechthin – besonders auch in Nachrodt-Wiblingwerde. 130 Vereine machen NRW zum Bürgerbus-Land Nr. 1. Es geht um Mobilität, keine Frage. Aber in der Doppelgemeinde geht es um viel mehr: um ein Miteinander, um Geselligkeit.

Die Arbeit wurde jetzt gewürdigt – beim landesweiten Bürgerbus-Tag in der Essener Grugahalle. Renate und Wolfgang Wawro, Johannes und Inge Illerhaus, Rolf Schulze und Christa und Dieter Nölke waren dabei.

„Was Sie für die Gesellschaft tagtäglich auf die Straße bringen, ist beeindruckend“, erklärte Staatssekretär Hendrik Schulte, der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst vertrat. Eingeladen hatten nämlich das Land Nordrhein-Westfalen und die Gemeinschaftsinitiative Busse & Bahnen NRW. 

Plus an Mobilität

1985 startete der erste Bürgerbus als Pilotprojekt im Münsterland. Mittlerweile sorgen 133 Bürgerbus-Vereine in Nordrhein-Westfalen derzeit für ein Plus an Mobilität und weitere Vereine bereiten sich auf den Betrieb vor. 

Zum Vergleich: 2013 waren es noch 111 Vereine und bundesweit gibt es heute gerade einmal etwa 300. Insgesamt engagieren sich rund 3200 Bürgerbusfahrerinnen und -fahrer ehrenamtlich in NRW. Das Land unterstützt den Einsatz mit Zuschüssen für die Erstbeschaffung der Busse sowie mit einer jährlichen Pauschale von 6500 bis 7500 Euro pro Verein. 

Kleinbusse im Einsatz

Zum Einsatz kommen ausschließlich Kleinbusse mit acht Fahrgastplätzen, da die Fahrer keinen Busführerschein besitzen und auch nicht mit dem professionellen Linienbetrieb konkurrieren wollen. 

Der Bürgerbus soll ein ergänzendes Mobilitätsangebot bieten – im ländlichen Raum, der durch den ÖPNV kaum erschlossen ist, aber auch in einigen Großstädten ergänzen die Bürgerbusse den städtischen Nahverkehrsbetrieb. 

Rund 1.400.000 Fahrgäste im Jahr nutzen die Bürgerbusse regelmäßig. Dass der Bürgerbusverein in Nachrodt-Wiblingwerde keinen Probleme hat, Fahrer und Fahrerinnen zu bekommen, erklärt Dieter Nölke im AK-Gespräch: „Wir sprechen Freunde und Bekannte direkt persönlich an.“ 

Drei neue Fahrer

Nachdem im vergangenen Jahr vier Fahrer ausgeschieden sind, hat der Verein eine Sommeroffensive gestartet. „Wir haben drei feste neue Zusagen. Nach dem ersten Check und dem Ausstellen des Busführerscheins werden sie ab Januar in den Fahrdienst eingebunden“, erzählt Dieter Nölke. 

Es wird nicht nur gefahren. Gerade beim Nachrodt-Wiblingwerder Bürgerbusverein ist es das Rundum-Paket, das vielen Menschen gefällt: „Wir haben den monatlichen Fahrertreff, wir engagieren uns bei den Ferienspielen St. Josef, wir machen eine Busparty, sind beim Lenne-lebt-Tag und beim Weihnachtsmarkt dabei“, freut sich der erste Vorsitzende über viele Aktivitäten. 

In der kommenden Woche stehen die Bürgerbus-Vertreter am Herd, zaubern Reibekuchen für die Nachrodter Mahlzeit. Und jetzt steht auch eine Wanderung mit den befreundeten Bürgerbusfahrern aus Schalksmühle an. „Die Geselligkeit ist uns ebenso wichtig. Und das scheint vielen Menschen zu gefallen“, sagt Dieter Nölke zu der Tatsache, dass der Verein nicht an Nachwuchsmangel leidet.

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