Auf Berg- und Talfahrt im Bürgerbus

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„Wir haben schon einmal die ganzen Bremsklötze und -scheiben gewechselt“, berichtet Fahrer Edmund Born.

Nachrodt-Wiblingwerde - Aufgrund der Bauarbeiten an der Landstraße zwischen Nachrodt und Wiblingwerde stehen den Autofahrern zurzeit nur ziemlich abenteuerliche Wege zwischen den Ortsteilen zur Verfügung. Das Gleiche gilt für den Bürgerbus - muss sich der Kleinbus doch über eine immer wieder instandgesetzte Holperpiste auf den Berg quälen.

Dieter Nölke vom Bürgerbusverein sieht die Fahrstrecke über Kreinberg allerdings gelassen: „Lediglich die Ersatzfahrstrecke ist ab den Fischteichen bis in die oberen Kurven vor Knipps in einem schlechteren Zustand als die Serpentinen vor der Sperrung.“ Auf gut Deutsch: Viel besser war’s vorher auch nicht - schön, dass die Hauptstrecke nun wiederhergestellt wird.

Sein Kopfschütteln über den Umfang der Bauprojektes von Straßen NRW teilen viele Bürger: „Wir können nicht verstehen, dass die Straße ab dem Salzlager bis Eilerde nicht gleich mitsaniert wird.“

Das AK durfte die Berg- und Talfahrt miterleben - „Heute fährt Edmund Born“ steht an der Tafel im Innenraum des Busses, der um 10.15 Uhr von der Phoenix-Apotheke startet. Normale Passagiere sind erstmal nicht dabei, und das wird auch erst nach dem Ausflug auf den Berg anders. Die Tour geht an der Evangelischen Kirche vorbei auf den Edeka-Parkplatz, bevor der Bus den ersten Berganstieg durch Einsal stemmt. An der Straßensperrung am Holensiepen kehrt Edmund Born um, kehrt ins Tal zurück, um am Bahnübergang den Abzweig mit den Hinweisschildern Hallenscheid und Kreinberg zu folgen. Unter sich eine enge Rumpelstrecke mit vielen Kurven, über sich die grüne Hölle, zieht der Bus kraftvoll nach oben. Auch in Wiblingwerde gibt es keine Fahrgäste. Edmund Born erläutert, wie viel bürgernahen Service der Bürgerbus leistet, wenn es entsprechende Bitten zur Änderung der Fahrstrecke gibt.

Dem derzeitigen Einbahnstraßensystem folgend macht der Bus seine Talfahrt durch die Brachtenbecke. „Eigentlich“ könne man hier unbeschwert fahren, ohne mit rasendem Gegenverkehr rechnen zu müssen. Edmund Born deutet aber an, dass das nicht uneingeschränkt gilt. Die Abfahrt bietet Anlass über den Verschleiß an den Bremsen zu sprechen: „Wir haben schon einmal die ganzen Bremsklötze und -scheiben gewechselt.“ Das Mittel der Wahl gegen zu hohen Verschleiß ist die Motorbremse.

Nach dem Blitzbesuch in Altena geht es zurück über Opperhusen und die Wiesenstraße nach Nachrodt. Dort steigen bei Edeka endlich drei Passagiere zu. „Ich finde es toll, dass es den Bürgerbus gibt“, sagt Monika Dreßler. Alle Mitfahrenden nutzen den Bus, um die schweren Einkaufstaschen in ihr persönliches Zielgebiet zu hieven. „Runter laufen, rauf fahren“ lautet das Prinzip. „Können Sie mich hier rauslassen?“, bittet kurz darauf ein rüstiger Rentner am Perthesheim. Ja, bestätigt Edmund Born: Tatsächlich führen die meisten Gäste innerhalb von Nachrodt mit. An der Evangelischen Kirche endet die Runde für den Mitfahrer. Der Mann am Steuer, der das Ganze ehrenamtlich macht, erinnert freundlich an den wichtigsten Mann des kleinen Ausflugs: „Fahrer war Eddi Born.“

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