„Ich bin auf eine sachgerechte Kostenschätzung angewiesen“

Bürgerbegehren: Das Warten auf die Zahlen und Fakten

Auch der desolate Pflegezustand des Friedhofes und die defekten Wasserzapfsäulen werden aktuell unter die Lupe genommen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Friedhelm Wolff sitzt ein wenig auf heißen Kohlen. Kein Wunder eigentlich. Anfang Januar entschied er sich, das beschlossene Schicksal des Friedhofes an der Wiblingwerder Straße nicht einfach so hinzunehmen, sondern ein Bürgerbegehren auf die Beine zu stellen.

Das Ziel: Die Gemeinde soll die Trägerschaft des größten Friedhofes übernehmen. Doch nun wartet er mit seinen Mitstreitern auf die dringend benötigte Kostenschätzung.

Gibt es ein Bestreben für ein Bürgerbegehren, ist die Gemeindeverwaltung verpflichtet, sämtliche Kosten zusammen zu tragen. So auch jetzt für den Friedhof an der Wiblingwerder Straße. Was würde es kosten, wenn die Gemeinde den Friedhof übernehmen würde? Diese Zahlen und Fakten müssen die Bürger wissen, die dann um ihre Unterschrift gebeten werden.

„Wir haben uns an den Friedhofsverband in Lüdenscheid gewandt. Bis Ende Februar sollen die Zahlen vorliegen“, sagt Kämmerin Gabriele Balzukat. Dabei geht es natürlich auch um den „ungünstigen Pflegezustand“, defekte Wasserstellen und den baulichen Zustand der Kapelle. Das Kreiskirchenamt hatte sich nicht zu den Instandsetzungskosten geäußert. „Ein Schnellschuss nützt uns ja nichts. Und es hilft auch nicht, wenn wir Zahlen hoch ansetzen, die später aber vielleicht nicht realistisch sind“, so die Kämmerin. Zudem wartet sie auch noch auf eine Nachricht aus Bielefeld. Denn bislang hat nur die örtliche Kirche die Schließung des Friedhofes beschlossen. Der Beschluss wird der Landeskirche vorgelegt, die ihrerseits ihr Okay geben muss. So dann muss auch noch die Bezirksregierung die Schließung bestätigen.

Sitzt auf heißen Kohlen: Friedhelm Wolff wartet darauf, die Unterschriften für sein Bürgerbegehren sammeln zu können.

Friedhelm Wolff ist natürlich unter Zeitdruck. Obwohl kein Ratsbeschluss vorliegt und er sich mit seinen Mitstreitern nicht um Fristen kümmern muss, so möchte er doch das Bürgerbegehren endlich vorantreiben.

„Ich bin natürlich auf eine sachgerechte Kostenschätzung angewiesen. Die Kostenschätzung als Solche muss plausibel sein und summarisch dargestellt werden. Grundsätzlich reicht eine überschlägige Schätzung aus. Nach Eingang der Kostenschätzung von der Kommunalgemeinde ist diese spiegelbildlich auf den Unterschriftenlisten zum Ausdruck zu bringen. Sollten die Vertreter des Bürgerbegehrens eine andere Einschätzung der Kosten haben, ist zunächst die Kostenschätzung aber nicht änderbar. Allerdings kann eine abweichende Auffassung in der Begründung des Bürgerbegehrens dargestellt werden“, erklärt der Nachrodter, der bald von Tür zu Tür gehen möchte, um für den Erhalt des Friedhofes zu kämpfen.

Die Jahresergebnisse der Unterhaltungskosten lagen in den Jahren 2012 bis 2017 zwischen minus 18000 und minus 42000 Euro – das sind also die Summen, die nicht durch die Einnahmen gedeckt sind. Aber das Problem des Ist-Zustandes des Friedhofes ist dabei nicht berücksichtigt.

Bis 2063

Am 31. Dezember 2033, das hat die evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld beschossen, findet die letzte Beerdigung statt. Dann sollen weitere 30 Jahre ins Land ziehen, bis 2063. Das ist das Enddatum für die Friedhofsnutzungszeiten. Das sind ab heute noch 45 Jahre.

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