Klein, aber fein: Die Katholische Bücherei der St. Josef-Gemeinde Nachrodt hat 136 Leser

Büchereiteam setzt auf gute Unterhaltungsliteratur

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Leonie und Neleh schätzen auch die Spiele, die die Katholische Bücherei zu bieten hat.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Der Sonntag ist für die Gemeinde St. Josef nicht nur der Tag der Messe, sondern auch der Bücher. Wenn der Gottesdienst auf den Segen zuläuft, öffnet nebenan im Katholischen Vereinshaus die Bücherei der Kirchengemeinde. Neben der Bücherei der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ist dies die zweite Bibliothek in der Doppelgemeinde.

Kurz ist der Weg von der Kirche ins benachbarte Gemeindezentrum. Doch in die Bücherei kommen auch Nutzer, die zuvor nicht im Gottesdienst waren, erklärt Korinna Claus. Zusammen mit Petra Jacobsen, Annemie Wolf und ihrer Mutter Karin Claus betreut sie die kleine, aber feine Gemeindebücherei, die derzeit 136 Leser hat. Viele von ihnen sind regelmäßige Stammleser. Für sie bietet der Termin am Sonntag auch die Gelegenheit, sich über aktuelle Literatur zu informieren und auszutauschen. Das Büchereiteam setzt bei den Anschaffungen auf gute Unterhaltungsliteratur. Karin Claus nennt die Hauptgruppen bei den Leserinteressen: Krimis und Vampirromane. Der durch Stephenie Meyers „Biss“-Reihe ausgelöste Boom klinge schon wieder etwas ab. Doch noch sind Alyson Noels Vampirgeschichten „Evermore“ gut vertreten auf dem Tisch der ausgewählten Bücher.

Tag der Bibliotheken

Alljährlich soll der „Tag der Bibliotheken“ am 24. Oktober die Aufmerksamkeit auf die rund 11 000 Bibliotheken in Deutschland lenken und auf ihr umfangreiches Angebot neugierig machen. Der Tag, der 1995 unter der Schirmherrschaft Richard von Weizsäckers ausgerufen wurde, geht auf Karl Benjamin Preusker zurück. Dieser hatte im Jahr 1828 in Großenhain (Sachsen) die erste Schulbibliothek eingerichtet. Der Deutsche Bibliotheksverband zeichnet an diesem Tag überdies die „Bibliothek des Jahres“ aus. In diesem Jahr geht dieser mit 30 000 Euro ausgestattete einzige nationale Bibliothekspreis an die Stadtbibliothek Stuttgart.

Dort und in den Regalen finden die Leser Krimis und Romane von Thomas Mielke, Henning Mankell, Tamara Mc Kinley, Jilliane Hoffmann, Noah Gordon, Rachel Joyce, Jonas Jonasson und vielen anderen. Den Bestand an Kinderbüchern nutzen gerne auch Kindergarten-Erzieherinnen und Lehrerinnen. Als Multiplikatoren dürfen sie die Bücher auch schon mal ein halbes Jahr statt der üblichen drei Wochen ausleihen. Neben etwa 2400 Büchern locken Hörbücher und Spiele.

Außer der Unterhaltungsliteratur gibt es auch einen kleineren Bestand an Sachbüchern – vor allem Biographien, psychologische Ratgeber und Bücher zum Themengebiet „Literatur und Sprache“. Ein großes Regal ist – in einer kirchlichen Bibliothek ist das kein Wunder – dem Thema „Religion und Kirche“ vorbehalten, und es fällt durch seine ökumenische Ausrichtung auf. „Sehnsucht nach Leben“ und „In der Mitte des Lebens“, Bücher beliebten evangelischen Theologin Margot Käßmann, werden flankiert von dicken Wälzern aus der Feder von Joseph Ratzinger. Auch Andreas Englisch’ Arbeit über den deutschen Papst Benedikt XVI ist dabei.

Grundlage für die Bestellungen sind aktuelle Buchkataloge des Anbieters „Borromedien“, der mit seinem Rabattsystem die Ausstattung solcher Gemeindebüchereien überhaupt erst möglich macht. Wer über die Bücherei St. Josef privat ein Buch bestellt, beschert der Einrichtung Bonuspunkte, für die später Medien angeschafft werden können. Aus diesem Grund haben die jährlichen Buchausstellungen für die Katholische Bücherei eine besondere Bedeutung. Am 2. und 3. November erwartet das Team die Gäste. „Am Sonntag kann die Küche zuhause kalt bleiben“, kündigt Karin Claus sogar Bewirtung an. Waffelduft soll aber auch am Samstag von 14.30 bis 19.30 Uhr durch das Vereinshaus ziehen. Außer in Büchern können die Besucher in Schmuck, Handarbeiten und Strickarbeiten stöbern. Am Sonntag ist die Buchaustellung von 10.15 bis 16 Uhr geöffnet. - Thomas Krumm

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