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Bücherei nicht nur ein Ort, sondern auch Heimat

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Nach 31 Jahren ist Büchereileiterin Gaby Beil (mit Blumenstrauß) am Donnerstag in den Ruhestand gegangen und wurde herzlich von den Kollegen im Amtshaus verabschiedet.
Nach 31 Jahren ist Büchereileiterin Gaby Beil (mit Blumenstrauß) am Donnerstag in den Ruhestand gegangen und wurde herzlich von den Kollegen im Amtshaus verabschiedet. © fischer-bolz

Herzlicher war der Abschied von Kollegen und Lesern von Büchereileiterin Gaby Beil, die nach 31 Jahren nun in den Ruhestand geht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wenn alle noch einmal zum Drücken kommen wollen, Plätzchen und Sekt mitbringen, dann muss man vieles richtig gemacht haben. An ihrem letzten Arbeitstag strömten die Leser am Donnerstag noch einmal in die Gemeindebücherei, um Gaby Beil „Tschüss“ zu sagen. Nach 31 Jahren hat sie sich in den Ruhestand verabschiedet. Und mittags gab es auch ein kleines Abschiedsfest im Amtshaus-Container.

Ein bisschen wehmütig

„Wir hoffen, dass deine Nachfolgerin die Bücherei genauso ins Herz schließt, wie du es getan hast“, meinte Bürgermeisterin Birgit Tupat, nachdem Marc Trappe ein Geschenk der Kollegen überreicht hatte. Ein bisschen wehmütig fühlte sie sich. Und noch nie mochte sie es, wenn man ein großes Tam-Tam um sie macht. In der „kleinen Außenstelle“ an der Hagener Straße 7 sorgte Gaby Beil dafür, dass „die Bücherei nicht nur ein öffentlicher Ort, sondern auch ein bisschen Heimat war“, wie Birgit Tupat es formulierte. Tatsächlich hat Gaby Beil in den vielen Berufsjahren viele kleine Leser heranwachsen sehen, hatte Schulklassen zu Besuch, Lesecafés organisiert, Sammelaktionen – wie „Deckel gegen Polio“ – durchgeführt, die Krimiwerkstatt „Sargfabric“ mitinitiiert und vor allem: Sie hatte immer einen freundschaftlichen Kontakt zu den Bücherei-Besuchern. „Das wird mir sicher fehlen“, sagte Gaby Beil, die noch keine großen Pläne für den Ruhestand hat. „Ich lass es erst einmal auf mich zukommen, ich habe noch gar nichts Großes vor“, so die 64-Jährige schmunzelnd. Auf jeden Fall arbeitet sie noch ein bisschen weiter – und zwar zweimal wöchentlich in der Buchhandlung Katerlöh in Altena.

Besondere Atmospäre

„Gaby hat mich ans Lesen herangeführt. Ich kenne keinen Menschen, der empathischer ist als sie“, meinte Rita Joergens. Die ehemalige SPD-Ratsfrau gehört zu denjenigen, die die kleine Gemeindebücherei für das lieben, was sie ist: ein besonderer Ort mit einer besonderen Atmosphäre, heimelig, aber trotzdem modern. Unter den 5000 Büchern ist natürlich auch eines, das Gaby Beil am liebsten gelesen hat: eine Geschichte, die im Krieg spielt, als sich ein Norweger in eine Deutsche verliebt. „Und das war damals verpönt“, erzählte Gaby Beil schmunzelnd. Lesen wird sie natürlich auch im Ruhestand. Doch zurückkommen wird sie wohl nicht, um mal zu gucken, was in der Bücherei so passiert. „Das tut mir dann bestimmt zu weh“, meinte sie und ist ganz sicher, dass ihre Nachfolgerin Stefanie Ingenpaß einen tollen Job machen wird.

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