Brückensperrung: Das große Chaos bleibt aus

Arbeit abgeschlossen, Brücke trotzdem gesperrt: Die neue Asphaltschicht musste über Nacht auskühlen. Erst am Sonntagmorgen konnte der Verkehr wieder fließen. - Fotos: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Das ganz große Chaos blieb zwar aus, nervig war es dennoch. Am Samstag wurde für 24 Stunden die Lennebrücke in Nachrodt gesperrt. Die Arbeiter, die dort eine neue Teerschicht auftrugen, brauchten allerdings dicke Nerven.

„Wir mussten uns schon einiges anhören hier. Einige waren ziemlich aggressiv. Wir waren uns auch nicht sicher, ob die Sperrung tatsächlich bis Sonntagmorgen stehen bleiben würde oder einige sie einfach wegräumen, sobald wir weg sind“, erzählte einer der Arbeiter. Immer wieder habe es Autofahrer gegeben, die bis vor die Sperrung gefahren seien, in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch durch geht. Ihren Frust, einen langen Umweg fahren zu müssen, ließen sie dann oft an den Arbeitern aus.

Das allgemeine Verkehrsaufkommen war am Samstag jedoch eher gering. Die Autobahn war frei und gerade die Nachrodt-Wiblingwerder hatten sich auf die Sperrung eingestellt. Dennoch war vor allem in Veserde und am Honsel einiges los. Denn wer ortskundig war und nach Iserlohn oder Letmathe musste, fuhr halt über den Berg.

Einige Nachrodter, die beispielsweise zur Arbeit nach Iserlohn mussten, parkten ihr Auto bereits am Freitag auf der anderen Lenneseite, gingen zu Fuß über die Brücke oder ließen sich bis zur Absperrung bringen, um dann weiter zu fahren. „Eigentlich lief es recht gut. Aber man hat schon gesehen, welche Folgen eine solche Sperrung schon an einem normalen Wochenend-Tag hat“, sagte Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Besonders hart traf es ein Pärchen, das ein Seniorenheim besuchen wollte. Es hatte die Schilder gesehen und etwa 30 Kilometer Umweg in Kauf genommen, um über Iserlohn und Lössel auf die andere Seite zu kommen. Dort stellten sie dann fest, dass die Einrichtung doch auf der anderen Seite lag.

Ein wenig genervt waren auch die Mitglieder der Nachrodter Feuerwehr. Die ehrenamtlichen Retter hätten sich bei dem tollen Wetter sicherlich auch Schöneres vorstellen können, als Dienst im Amtshaus zu schieben. Um im Ernstfall rechtzeitig zur Stelle zu sein, hatte die Feuerwehr ein Fahrzeug und acht Feuerwehrmänner für den einen Tag auf der anderen Lenneseite stationiert. In zwei Schichten wurde Dienst geschoben. Die Zeit nutzten die Retter sinnvoll für kleinere Übungen und eine umfangreiche Prüfung von Technik und Material.

Während an der Brücke eigentlich alles halbwegs reibungslos verlief, kauften viele Wiblingwerder am Samstag noch einmal bei Edeka ein. Körbe, so voll wie an Weihnachten, wurden herausgefahren. Schließlich beginnt heute die Sperrung der Serpentinen. Der Supermarkt ist dann für die Bewohner des Höhengebietes nur mit erheblichen Umwegen zu erreichen.

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