Brinker holt Streithähne am liebsten schnell vom Baum

Burkhard Brinker ist seit einem Jahr Schiedsmann für den Bezirks Wiblingwerde. Bei Meinungsverschiedenheiten schlichtend einzugreifen, liege in seinem Naturell, meint der 51-Jährige. J Foto Bröer

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit fast genau einem Jahr ist Burkhard Brinker nun Schiedsmann für den Bezirk Wiblingwerde. Inzwischen hat er erste Erfahrungen im Streitschlichten sammeln können.

Brinkers Zuständigkeitsbereich umfasst das Bergdorf und alle umliegenden kleineren Ortschaften. Doch wie kommt man zu einem solchen Ehrenamt? Im Falle Brinkers war das relativ einfach. Er bewarb sich auf eine Annonce der Gemeinde, wurde dann vom Rat gewählt und in das Amt eingeführt. Es habe ihn immer interessiert, zwischen streitenden Parteien zu vermitteln. „Es ist doch toll, wenn es gelingt, die Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und eine Lösung herbeizuführen“, sagt Brinker. Es liege auch in seinem Naturell, bei Meinungsverschiedenheiten schlichtend einzugreifen und sie nach Möglichkeit schon vor Ort zu beenden.

Nachdem der Rat der Doppelgemeinde ihn ins Amt gewählt hatte, besuchte Brinker zunächst einen Einführungslehrgang für Schiedsleute. Das sei gar nicht so einfach gewesen, so der Schiedsmann. „Immerhin habe ich ja Neuland betreten.“ Nach seinem ersten Amtsjahr kann Brinker eine erste Bilanz ziehen. Zwei Fälle habe er bearbeiten müssen. In einem Fall sei es ihm gelungen, den Nachbarschaftsstreit der Parteien zu beenden. „Ich kannte die Beteiligten nicht“, so Brinker. Aber als sie sich nach der Schiedsverhandlung dann die Hand reichten, sei das für ihn ein toller Moment gewesen. Der zweite Fall verlief weniger nach den Vorstellungen Brinkers. Eine Einigung kam nicht zustande. „Schade“, sagte der Schiedsmann. Denn er habe sich durchaus vorstellen können, die beiden „Streithähne“ miteinander versöhnen zu können.

Seine Schiedsverhandlungen führt Brinker im Amtshaus. Das wirke offizieller. Denn er habe als absolut neutral zu gelten und bei der Wahl einer anderen Örtlichkeit könnte es da durchaus noch einmal zu Verständigungsproblemen kommen. Im Nopvember wird Brinker an einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Nachbarschaftsrecht teilnehmen. Brinker erhofft sich davon wertvoelle Hinweise für seine ehrenamtliche Tätigkeit. Die meisten Streitfälle, die der Schiedsmann bearbeiten musste und in Zukunft bearbeiten wird, finden nämlich unter Nachbarn statt. Brinker will aber auch zukünftig versuchen, Streitigkeiten beizulegen, bevor ein Gericht eingeschaltet werden muss. „Man muss halt mit den Parteien sprechen“, verrät er sein Rezept. Man müsse sich sowohl die Vorstellungen der einen wie auch der anderen Seite anhören. Von seinem Vorgänger im Amt wisse er, dass man innerhalb solcher Gespräche schon feststellen könne, wo denn ein Missverständnis liege und ob die Kontrahentern möglicherweise nur „aneinander vorbei geredet“ hätten. Er könne es sich vorstellen und würde es sich auch wünschen, die „Streithähne“ schnell „vom Baum zu holen“, wie er formuliert. Dann, so der Schiedsmann, hätte er seinen Job auf die ihm liebste und beste Art erledigt. ▪ hb

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