Amateurtheater droht die Obdachlosigkeit

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Die Requisiten des Amateurtheaters Brettken am Drögen Pütt sind im Keller der „Rastatt“ alles andere als optimal untergebracht, doch immerhin war hier Platz. Jetzt soll die Gruppe dieses Lager räumen.

Nachrodt-Wiblingwerde - In einer Zeit, in der sich vieles um einen Stall dreht, der einer heiligen Familie kurz vor der Geburt ihres ersten Sohnes in höchster Not zur Herberge wird, droht dem Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt die Obdachlosigkeit. Die Gruppe soll ihr Requisitenlager im Keller der „Rastatt“ bis zum Jahresende räumen.

Regisseur Dr. Michael Podworny fasst die Gründe zusammen: „Das Brettken hat seit geraumer Zeit erhebliche Raumprobleme, da die seit rund 20 Jahren genutzten Requisiten- und Probenräume wegen Feuchtigkeit kaum noch für die eigentlichen Zwecke genutzt werden können.“ Das Problem ist nicht neu und bei der Gemeinde, der die Räume gehören, auch längst bekannt. Die Gemeinde lagert nebenan in anderen Kellerräumen einen Teil ihrer Akten. Auch die leiden unter der hohen Luftfeuchtigkeit, weshalb dort jetzt auch Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Für das Amateurtheater kommen solche Maßnahmen zu spät. Nur noch bis zum Jahresende darf die Gruppe die Räume, die die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde bislang bis auf die Nebenkosten kostenlos zur Verfügung gestellt hat, nutzen. „Es wird langsam, aber sicher zeitlich sehr eng“, hat Podworny erkannt, dass die Zeit drängt.

Das Bemühen um andere Räume, die für Requisitenaufbewahrung und Probenarbeit genutzt werden könnten, ist bis zum heutigen Tag an finanziellen Hürden gescheitert. „Unsere einzige Einnahmequelle, der Besucher-Eintritt, lässt es ganz einfach nicht zu, marktübliche Mieten zahlen zu können“, erklärt Podworny.

Auch Bürgermeisterin Birgit Tupat hat sich schon eingeschaltet, um den Laienschauspielern zu helfen. „Wir haben eine ehemalige Wohnung im Haus Hagener Straße 96 angeboten. Ganz ohne Miete können wir die dem Brettken aber auch nicht überlassen“, sagte sie im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Eventuell käme noch der Keller unter dem Jugendzentrum infrage. Andere Möglichkeiten, der Theatergruppe gemeindliche Räume zu überlassen, sieht Tupat nicht: „Wir haben ansonsten keine freien Kapazitäten“, sagt sie bedauernd.

Zwei Möglichkeiten gibt es nun, die weitere Arbeit der Theatergruppe zu sichern: Entweder ein Sponsor – vielleicht eine Firma – verfügt über einen derzeit ungenutzten größeren Raum, der für die Probenarbeit und die Einlagerung von Requisiten geeignet wäre, oder mehrere Unterstützer ermöglichen die Anmietung eines solchen Raumes. „Ein Theater ohne Requisiten und ohne feste Heimat ist eben keine richtige, handlungsfähige Einrichtung mehr“, beschreibt Michael Podworny den Ernst den Lage, der das Ensemble zu dem Hilferuf veranlasst. Podworny ist unter der Rufnummer 0 23 52/26 00 01 telefonisch erreichbar. - Thomas Krumm/Volker Griese

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