Abendfüllendes Konzert mit einer Prise Humor

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Die Brassmen mischten sich mit ihren Instrumenten unter das Publikum.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Fünf Bläser, die ein abendfüllendes Konzert bestreiten, dabei wild zwischen den Genres springen und das Ganze mit einer guten Prise Humor garnieren: Das sind die Brassmen“. Am Freitagabend spielten die Musiker zum Auftakt ihrer aktuellen Tournee unter dem Titel „Klassentreffen“ vor mehr als 200 Zuhörern in der Dorfkirche in Wiblingwerde und hinterließen ein gutgelauntes und begeistertes Publikum.

Eindrucksvoll stellten die Brassmen unter Beweis, dass zwei Trompeten, ein Horn, eine Posaune und eine Tuba mühelos ein ganzes Blasorchester ersetzen können. Im Repertoire hatten sie dabei vor allem Stücke, die sie auch auf ihrer neuen CD präsentieren. Sie bewegten sich musikalisch dabei mühelos zwischen Bach-Choral und Offenbachs „Can-Can“, zwischen Beethoven-Marsch und „King of the Road“, zwischen Webers „Freischütz“ und Mambo-Klängen bei „Viva Brasil“. Geschickt verbunden wurde diese Mischung durch lockere Moderationen und fröhliches Geplänkel untereinander – wohl einstudiert und dosiert und trotzdem oder gerade deswegen eine angenehmen Auflockerung des Konzertabends, der sich so zu einem stimmigen Ganzen fügte.

Johannes M. Langendorf (Trompete), Micha Klappert (Horn), Richard Meindl (Tuba), Udo Kleinhenz (Posaune) und Markus Motschenbacher (Trompete) strahlten an ihren Instrumenten die Souveränität aus, die es braucht, um sich selbst und die Stücke bei allem künstlerischen Anspruch nicht zu ernst zu nehmen. So gab es dann schon bald nach Beginn des Konzertes zum „Blumenwalzer“ aus Tschaikowskis Nussknackersuite einen Tanz der Trompeter im Tutu.

Langendorf lud die Zuhörer wiederholt ein, die Augen zu schließen – „visualisieren Sie...“ – und sich durch die Musik unter Spaniens Sonne oder in die Straßen von New Orleans entführen zu lassen. „Wenn Sie die Augen auflassen, funktioniert das nicht, dann sehen Sie nur uns“, sagte er. Aber auch das passte – denn der spanische Zigeunertanz mit seinem lautstarken Finale oder das Potpourri bekannter Jazzstandards unter dem Titel „Down Bourbon Street“ brauchten keine geschlossenen Augen, um zu überzeugen.

Wenn die Brassmen spielen, ist es selbst bei den verrückt-fröhlichen Liedern der „Comedian Harmonists“ möglich, auf Gesang zu verzichten. Mit einem Potpourri von Melodien der „ersten deutschen Boygroup“ läuteten die Musiker den zweiten Teil des Abends ein.

Als „Nachtwächter“ mit ihren Laternen schließlich nach zwei Zugaben den endgültigen Schluss einläuteten – ohne Instrumente, dafür als Sänger des „Laternenliedes“ mit eigenem Text – blieb nichts anderes übrig, als den Heimweg anzutreten, aber nicht ohne persönlichen Händedruck am Ausgang. Die Brassmen, die nach 2008 zum zweiten Mal in der Dorfkiche auftraten, sind bestimmt auch ein drittes Mal in Wiblingwerde willkommen. ▪ Bettina Görlitzer

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