Feuerlöscher sind keine Pflicht, aber eine Option

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Brandschutztechniker Björn Hahn demonstrierte den Landfrauen die Handhabung eines Feuerlöschers.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Ein Feuerlöscher im Haus kann so manchen größeren Brandschaden verhindern. Das war die Botschaft, die der Brandschutztechniker Björn Hahn am Montagnachmittag den Wiblingwerder Landfrauen mit auf den Weg gab. Allerdings sind nicht alle Geräte ohne Tücken.

Hahn stellte den Frauen vor allem die Schaum- und die Pulverlöscher vor. Mit Löschpulver aus Salz-Phosphat-Staub gefüllte Modelle hätten vor allem den Nachteil, dass sie einen Raum schon nach kurzer Einsatzzeit vernebeln. Der aggressive Staub lege sich auf alle Oberflächen und dringe auch in kleinste Ritzen ein. „Dann ist die Einrichtung ruiniert“, gab Hahn zu bedenken. Solche Feuerlöscher seien deshalb für den Einsatz in geschlossenen Räumen nicht unbedingt geeignet. Zur Bekämpfung eines Feuers in der Wohnung ehe zu empfehlen seien Schaumlöscher. Deren Löschmittel auf Wasserbasis könne sehr gezielt gegen ein Feuer eingesetzt werden. „Am Ende bleibt dann nur eine kleine Wasserpfütze“, strich Hahn den Vorteil solcher Modelle heraus. Ihr Nachteil sei jedoch die kurze Haltbarkeit des Löschmittels: Es muss nach zwei bis sechs Jahren erneuert werden, während Pulverlöscher eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren haben.

Mit einem Schaumlöscher können nach Worten von Björn Hahn Brände der Klassen A und B gelöscht werden, die entstehen, wenn organische oder flüssige Stoffe Feuer fangen. Brennen gasförmige Stoffe, sind Löscher für die Brandklasse C erforderlich. Typisches Beispiel ist ein Defekt an der Gasheizung. So spektakulär sich das auch anhört, so harmlos ist das nach Hahn Darstellung in den meisten Fällen. Oftmals sei es ausreichend, einfach die Gaszufuhr zu unterbrechen, um das durch ein Leitungsleck entstandene Feuer zu löschen.

Die Unterbrechung der Energiezufuhr empfiehlt Hahn auch für den Fall, das auf dem Küchenherd ein Topf oder eine Pfanne mit Fett zu brennen begonnen hat. Auf keinen Fall dürfe ein solches Feuer mit einer Flüssigkeit gelöscht werden. Durch Auflegen eines Deckels oder einer speziellen Löschdecke könne dem Feuer der Sauerstoff genommen werden, dazu solle die Herdplatte abgedreht werden.

„Ein Feuerlöscher ist keine verpflichtende Anschaffung, aber eine gute Option“, fasste der Brandschutztechniker zusammen. Dabei betonte er auch, dass ein solches Gerät nur helfen kann, wenn es auch regelmäßig gewartet werde.

Hahn ging auch noch auf Rauchmelder ein, die einen Brand schon in der Entstehungsphase ankündigen und dadurch oft Leben retten können. Gute Geräte seien schon für 8 bis 10 Euro zu haben, über Funk miteinander verbundene Geräte seien besser, allerdings auch deutlich teurer. - Volker Griese

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