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Brandbrief: Antwort des Bistums enttäuscht Nachrodter

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die katholische Kirche St. Josef in Nachrodt wird aufgegeben und geschlossen.
Die katholische Kirche St. Josef in Nachrodt wird aufgegeben und geschlossen. © Johannes Bonnekoh

Die UWG hatte dem Bischof einen Brandbrief geschrieben - wegen der geplanten Schließung von St. Josef in Nachrodt. Die Antwort aus dem Bistum enttäuscht die Nachrodter.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Es sind leere Floskeln“, sagt Sonja Hammerschmidt. Und ist enttäuscht. Die Antwort, die die UWG auf ihren Brandbrief an Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck wegen der geplanten Schließung der katholischen Kirche und des Vereinshaus bekommen hat, ist für die Nachrodterin alles andere als zufriedenstellend. Dass der Ruhrbischof sich nicht selbst geäußert hat, sondern Claudia Reuter von der Arbeitsstelle „Pfarrentwicklung“ beim Bistum vorgeschickt hat, ist für sie noch das kleinste Problem.

Viel schwerer wiegt, dass das Bistum wohl wenig über das Gemeindeleben weiß. „St. Martinszug, die Sternsingeraktion, die Ferienspiele. Alles wird kaputt gemacht. Es sind nicht nur die Katholiken betroffen, sondern alle Nachrodt-Wiblingwerder. Wo soll das alles ohne Vereinshaus und Kirche stattfinden? Wo sollen die Kostüme gelagert werden, das Essen zubereitet werden? Wo will man etwas auf die Beine stellen, wenn man keinen Mittelpunkt mehr hat?“, fragt Sonja Hammerschmidt. Auch die KFD, Senioren und die katholische Bücherei haben dann keine Bleibe mehr. Die UWG sieht es als großen Schaden an, wenn sich die katholische Kirche aus der Gemeinde komplett zurückzieht.

Bistum: „Ergebnisoffener Entscheidungsprozess“

Das sieht das Bistum anders. „Wir wissen, dass die Aufgabe von Kirchengebäuden oft Wut, Unverständnis und auch Trauer bei Gemeindegliedern auslöst. Der Beteiligungs- und Entscheidungsprozess in Ihrer Pfarrei ist ergebnisoffen und unter Beteiligung vieler Pfarreimitglieder durchgeführt worden“, schreibt Claudia Reuter.

Nach intensiven Beratungen sei die Aufgabe des Kirchengebäudes für eine kirchliche und gottesdienstliche Nutzung festgeschrieben worden. Der anschließende Prozess sei transparent durchgeführt worden. Und zur Versammlung habe man über die Pfarrzeitung alle katholische Haushalte informiert. „Frau Schnell hat sehr deutlich dargelegt, dass katholisches Leben in Nachrodt nicht nur weiterhin ermöglicht, sondern weiterhin aktiv unterstützt werden soll“, so Claudia Reuter. „Für diesen nicht immer leichten Weg wünsche ich Ihnen die nötige Kraft, sich einzubringen, und die Zuversicht, auch die Hoffnungszeichen im Neuen entdecken zu können.“

Kein Zeichen der Hoffnung

Hoffnungszeichen im Neuen. „Dann hätte sie auch nichts schreiben können“, findet Sonja Hammerschmidt. Für sie und ihre Mitstreiter der UWG war im Vorfeld klar gewesen, dass ein Brandbrief wenig bewirken wird. „Es ist alles beschlossene Sache.“ Ob die UWG noch ein Gespräch mit Sandra Schnell zur Schließung von St. Josef führen wird, steht noch nicht fest. „Ich weiß nicht, ob es was bringen könnte. Unser Brief richtete sich auch absolut nicht gegen Frau Schnell. Sie kann schließlich gar nichts für die Entwicklung“, sagt Sonja Hammerschmidt.

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