Altenheim in Nachrodt

Booster-Impfung: Große Nachfrage im Pertheshaus - Termin steht fest

Das Impfteam im Pertheshaus in Nachrodt: Hausarzt Matthias Hartig, Britta Klein und Aileen Henning.
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Das Impfteam im Pertheshaus in Nachrodt bei der ersten Impfung: Hausarzt Matthias Hartig, Britta Klein und Aileen Henning. Hartig übernimmt auch die dritte Impfung.

Die Booster-Impfung ist im Pertheshaus gefragt. Fast alle Bewohner sind durchgeimpft und freuen sich über die neuen Freiheiten. Nun ist klar, wann sie die dritte Impfung erhalten. Denn auch 2G ist ein Thema.

Nachrodt-Wiblingwerde – Einmal boostern bitte? Pflegebedürftige, Menschen mit Immunschwäche und alle über 80 Jahren können eine dritte Impfung bekommen, wenn sie denn wollen. Die Über 60-Jährigen sind ab November dran. Im Pertheshaus wollen sehr viele Bewohner gern. „Sie haben sich gefreut, sie sehen dies als weiteren Schutz“, sagt Pflegedienstleiterin Grazyna Kowalski.

Dieses Mal kommt kein Impfteam, das alle versorgt. Es kommt der Hausarzt. Und da dies Matthias Hartig bei vielen Pertheshaus-Bewohnern ist, gibt es einen recht großen Andrang für den Termin am 23. September. Im Ellen-Scheuner-Haus in Altena dagegen wird es mehrere Termine geben, die aber noch nicht bekannt sind, weil die Abfrage, wer die Zustimmung geben möchte, noch läuft.

Pertheshaus: Auch die meisten Besucher geimpft

Unterdessen gibt es im Pertheshaus eine „glückliche, andere Normalität“. Besuch ist willkommen. Dass sich die Gäste an die 3G-Regelung halten, sich registrieren lassen müssen und auch die Temperatur gemessen wird, ist mittlerweile so alltäglich wie zuvor das Durchmarschieren und Händeschütteln. „Die meisten Besucher sind auch geimpft“, sagt Einrichtungsleiterin Petra Winker. Ebenso das meiste Pflegepersonal. 99 Prozent. Ein Mini-Anteil ist noch nicht überzeugt und lässt sich täglich vor Dienstbeginn testen.

Petra Winkler und Grazyna Kowalski lassen durchblicken, dass sie froh um jeden Mitarbeiter sind, der sich hat impfen lassen. „Uns liegt die Sicherheit der Bewohner extrem am Herzen“, sagt Petra Winkler. Doch sowohl sie als auch Grazyna Kowalski setzen auf Gespräche statt auf Druck und Drängen und hoffen auch, dass sich die Skeptiker mit Fachleuten austauschen. „Es kam etwas völlig Neues auf die Menschen zu. Und manche hat dies auch verunsichert. Im Laufe der Zeit konnten wir durch Gespräche sehr viele mitnehmen. Was macht dir Angst, was macht dir Sorgen? Wichtig ist doch, die Menschen ernst zu nehmen.“

Wunsch: Impfbus soll nach Nachrodt kommen

In diesem Zusammenhang finden die Verantwortlichen der Pflegeeinrichtung das Angebot der Impfbusse des Kreises gut. Denn manche Menschen seien auch von Terminabsprachen abgeschreckt. Sei das Impfteam vor Ort und man habe Zeit, würde der eine oder andere das Angebot sicher nutzen. Mit anderen Worten: Auch an der Geschwister-Scholl-Straße könne mal ein Impfbus stehen – auch für die Bürger, die dort wohnen und für die Eltern der Kita-Kinder.

Eher zurückhaltend bewerten Petra Winkler und Grazyna Kowalski die Impf-Abfrage der Arbeitgeber. Sie dürfen in besonders sensiblen Bereichen wie Altenpflege und Kinderbetreuung jetzt den Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen. In einer überschaubaren Einrichtung wie dem Pertheshaus dürfte die Kenntnis aber kaum Überraschungspotenzial bieten.

Pertheshaus gut durch Pandemie gekommen

Und was ist mit der 2G-Regelung? „Möglich, dass das kommt“, sagt Petra Winkler. Die Entscheidungen der Politik „sind für uns alle gültig“, werden umgesetzt und auch nicht im Nachhinein diskutiert. Die Frage, ob die Isolierung der Pflegeheim-Bewohner richtig war oder nicht, ob die strengen Kontakt- und Besuchsbeschränkungen das einzig wahre Mittel waren, stellt sich nicht.

„Wir wissen ja nicht, was passiert wäre, wenn es anders gehandhabt worden wäre“, sagt Petra Winkler, die die schweren Zeiten besonders im Ellen-Scheuner-Haus in Altena niemals vergessen wird. Ende 2020/Anfang 2021 war die Einrichtung von einem Corona-Ausbruch hart getroffen worden.

Das Nachrodter Pertheshaus dagegen ist bis jetzt immer glimpflich davon gekommen. Pflegende und Bewohner sind sich in den schlimmsten Zeiten noch näher gekommen, „aber ich hätte mir vorher niemals ausmalen können, dass die Türen mal geschlossen würden“, sagt Petra Winkler. Die Erleichterung war riesig, als Besuche ab Muttertag wieder erlaubt waren.

Zusammen backen, grillen und genießen

Und heute? Die Inzidenzen steigen wieder. „Die Pandemie begleitet uns weiter, es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema“, sagt Petra Winkler. Aber die Stimmung bei den Bewohnern sei nicht verängstigt, sondern gut. „Was die Menschen benötigen, sind doch die Dinge, die Freude machen“, sagt die Einrichtungsleiterin.

Und davon gibt es im Pertheshaus einiges. Die ehrenamtlichen Helfer sind auch wieder vor Ort. Es gab schon ein kleines Grillfest. Gemeinsam wird gern gebacken. „Wenn ich ins Haus komme und es duftet überall, dann weiß ich, dass sich die Bewohner über diese kleinen Dinge sehr freuen. Die Herzlichkeit und Menschlichkeit miteinander sind ein großes Geschenk“, sagt Petra Winkler.

Alsbald kommt übrigens eine Märchenerzählerin, die auch schon im Ellen-Scheuner-Haus die Bewohner in eine wunderbare Welt entführt hat. Termin: 13. Oktober ab 15.30 Uhr. Und dann wird es auch noch einen Alpaka-Besuch im Pertheshaus geben. „Wir werden Heu und Stroh aufschütten. Die Tiere sollen sich doch auch wohlfühlen“, sagt Petra Winkler schmunzelnd.

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