30 Bögen Lackpapier für eine einzige Krone

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Peter Rohe (Kompanieführer), Christina Westerwell, Bernd Fischer (Zugführer), Achim Bröcker (Spieß) und Elfriede Kalweit als verdiente Kranzbinderin. ▪

NACHRODT ▪ Das Schützenfest der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft Altena vom 7. bis 10. Juni rückt in greifbare Nähe, und somit ist auch das traditionelle Kränzebinden in den Zügen der fünf Kompanien in vollem Gange. Deshalb kamen die Mitglieder des recht jungen 5. Zuges der Kompanie „Kelleramt“ zum vierten Mal in der Gaststätte „Zur Rastatt“ in Nachrodt-Wiblingwerde zum Kränzebinden zusammen.

Diese Tradition geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Damals besuchte der preußische König Friedrich Wilhelm II die Burgstadt, was die Bürger zum Anlass nahmen, für ihn Ehrenpforten, vermutlich aus Blumen und Tannengrün, zu errichten. Später im 19. Jahrhundert setzte sich dieser Brauch dann auch bei den Schützenfesten der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft für die Vorstandsmitglieder durch. Im Rahmen von insgesamt acht Abenden stellen die Schützen des 5. Zuges aus bunten Lackpapierstreifen insgesamt drei Kronen her – eine für den aktuellen Zugführer Bernhard Fischer, zwei weitere für zwei verdiente Mitglieder, die inzwischen als „Scheffen“ agieren.

Die Frage, warum heute vom „Kränzebinden“ und nicht vom „Kronenbinden“ gesprochen wird, ist nicht wirklich geklärt – vermutlich wurden die Kronen in früherer Zeit als „Kränze“ bezeichnet. Die prachtvollen Kronen werden beim Schützenfest, das bei der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft alle drei Jahre stattfindet, zu den Vorstandsmitgliedern gebracht.

Stolz präsentierten die Mitglieder des 5. Zuges, allen voran Zugführer Bernhard Fischer, seine Lebenspartnerin Christina Westerwell, Spieß Achim Bröcker, die verdiente Kranzbinderin Elfriede Kalweit sowie als Gast der Kompanieführer der Kompanie „Kelleramt“, Peter Rohe, die erste der insgesamt drei Kronen für den 5. Zug, die am Freitag fertiggestellt wurde.

„Für eine Krone verarbeiten wir 30 Bögen buntes Papier im Format 80 mal 120 Zentimeter“, erklärt Zugführer Fischer und lässt so die Arbeit erahnen, die in der aufwändig gestalteten Krone steckt. Zur Herstellung der übrigen zwei Kronen sind nun für die Mitglieder des 5. Zuges noch vier weitere Abende in der Gaststätte „Zur Rastatt“ angesetzt. ▪ bot

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