Der "erste Pieks" ist entscheidend

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Peter Groß hat einen Hb-Wert von 15,4 – perfekt.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Man wird hier bemuttert“, schmunzelte Gerhard Piepenstock und fühlte sich pudelwohl beim Blutspenden in Wiblingwerde. Zum 119. Mal ließ er sich „an die Nadel legen“. Und da er über all die Jahre schon an verschiedenen Orten spendete und Vergleiche ziehen kann, steht für ihn fest: „In Nachrodt-Wiblingwerde ist es am besten.“ 

Eine ruhige, freundliche Atmosphäre herrschte – wie immer – beim Spendetermin im evangelischen Gemeindehaus in Wiblingwerde: Viele Blutspender sind „alte Hasen“, wie Krimhilde Clever oder Silvia Nowak, die beide zum 75. Mal ihr Blut spendeten, oder Peter Groß, der zum 72. Mal kam. Diskussionen über den Fragebogen gab es übrigens nicht. „Für einen guten Zweck muss man sich nicht so anstellen“, meinte Andreas Bach. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Gemeint ist besonders der Fragekomplex zu zwischenmenschlichen Kontakten. Über den Sexualverkehr können nämlich Infektionen, wie HIV oder Hepatitis übertragen werden. Labortestes können eine Infektion zum Teil erst bis zu vier Monate nach der Ansteckung nachweisen. 

Nach der Anmeldung und dem Ausfüllen des Fragebogens ging es für die Blutspender zum ersten entscheidenden Pieks. Aus einem Tröpfchen Blut meistens aus dem Ohrläppchen wurde der Eisenwert im Blut bestimmt. Ein zu niedriger Blutfarbstoffwert ist ein häufiger Grund, warum Spendewillige zur Blutspende nicht zugelassen werden. Liegt der Hämoglobin (Hb)-Gehalt bei Frauen unter 12,5 Gramm je 100 Milliliter Blut und bei Männern unter 13,5 Gramm, darf nicht gespendet werden. Die Rückstellung dient dem Schutz der Spender, denn durch eine Blutspende würde der Hb-Wert und damit die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut weiter absinken. Und das könnte zu einer Blutarmut mit Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Herzrasen führen. 

Insgesamt kamen 76 Blutspender ins Gemeindehaus, darunter auch Spender aus dem unteren Gemeindebezirk, aus Lüdenscheid und Kierspe. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Gisela Gundermann. Eine Urkunde gab es auch – für Jamine Niemtschke, die das zehnte Mal zur Spende kam.

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