100 Euro-Gutscheine für Spender

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Gisela Gundermann, Michael Pingel und Norbert Grebe mit den Gutscheinen.

Nachrodt-Wblingwerde - Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft:  Wer bereit ist,  sein Blut zu spenden, kann jetzt ein an einem schönen Gewinnspiel teilnehmen.   

 Was macht man nicht alles, um die Menschen zu begeistern. Man wirft den Grill an oder lässt einen Eiswagen kommen. Lautsprecherdurchsagen sind dagegen hier verboten. Obwohl sie wirklich die Leute dazu bringen, alles liegen und stehen zu lassen, um zum Blutspenden zu gehen. Das sagt Michael Pingel. Und er muss es als Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst West wissen. In Nachrodt und in Wiblingwerde gibt es jetzt ein besonderes Gewinnspiel:

 Im oberen und unteren Gemeindebezirk werden jeweils zwei Gutscheine in Höhe von jeweils 100 Euro für das Schlosshotel Holzrichter verlost. Jeder Gast, der zum Blutspenden am 6. November nach Wiblingwerde oder am 13. November nach Nachrodt kommt, bekommt ein Los, das er – mit Namen und Adresse ausgestattet – in eine Lostrommel wirft. Eine Glücksfee vom Blutspendedienst West zieht dann die Gewinner.

"Am Essen können wir nichts verbessern"

 „Gerade in der Adventszeit möchte sicher der eine oder andere schön Essen gehen“, sagt Michael Pingel, der die Idee für die Adventsaktion hatte. Die Gutscheine sind ein Jahr gültig. Die für die Blutspendetage doch recht ungewöhnliche Verlosung dient natürlich der Attraktivitätssteigerung und soll den etwas schwächelnden Blutspendeterminen auf die Sprünge helfen. Kleine Aufmerksamkeiten gibt es ohnehin bei jeder Spende, jetzt zieht man größere Register.

 50 Blutspenden sind das Minimum, um für den Blutspendedienst noch einigermaßen wirtschaftlich zu sein. Nur knapp drüber war die letzte Aktion in Nachrodt. Davor lagen einige Termine weit darunter. Ein Arzt und vier bis fünf hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich in der Doppelgemeinde um die Blutspender – hinzu kommt eine Schar von Helfern rund um die Blutspendebeauftragte Gisela Gundermann.

 Doch nicht nur in der kleinsten Gemeinde des Kreises gibt es einen Rückgang an Spendern. „Es ist generell rückgängig“, sagt Michael Pingel. Hauptgrund, so sieht er es, ist augenscheinlich der Fragebogen, der deutschlandweit auf wenig positives Echo stößt. „Da werden die Unterlagen auch schon mal durch die Gegend geworfen“, erzählt Norbert Grebe, der bei den Blutspendeterminen die Spender an der Anmeldung begrüßt. „Hatten Sie in den letzten vier Monaten Sexualverkehr mit einem bisexuellen Mann?“ Oder nur für Männer: „Hatten Sie schon einmal Sexualverkehr mit einem Mann? Und wenn ja, fand dieser Kontakt innerhalb der letzten zwölf Monate statt?“ Es sind wohl diese Fragen, die einige Blutspender abschrecken. Zu detailreich, übers Ziel hinausgeschossen?

 Der Fragebogen wurde von der „AG-Blut“ ausgearbeitet. Daran können die Verantwortlichen vor Ort allerdings nichts ändern. „Und am Essen können wir nichts verbessern“, lobt Michael Pingel das liebevolle Angebot von Gisela Gundermann. Der Imbiss sei für die Blutspender durchaus wichtig. Und auch das Gemeinschaftserlebnis mögen die Blutspender. In manchen Dörfern im Sauerland, so erzählt Michael Pinngel, kommen dort dann beispielsweise die Schützen zusammen oder alle Feuerwehrleute. In Grevenstein gibt es zudem einen von Veltins gesponserten Nachttrunk nach der Spende.

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