Blick auf den „Flurschaden“

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Nach einem Gespräch mit Vertretern der Kirche sowie des Fördervereins und des Elternbeirats nahm sich Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke Zeit für einen Rundgang durch die Einrichtung an der Bachstraße. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Er war vor der Wahl da, jetzt wolle er auch nach der Wahl einmal nach dem Rechten schauen, sagte Landtagsabgeordneter Michael Scheffler gestern. Scheffler war nicht allein gekommen.

Mitgebracht hatte er Carina Gödecke, die Vizepräsidentin des Düsseldorfer Landtags. Ziel des Besuches war das Familienzentrum Fibs an der Bachstraße, vom Trägerverbund des Kirchenkreises Iserlohn durch Pfarrer Peter-Thomas Stuberg als „Vorzeigeeinrichtung“ apostrophiert. Eine Vorzeigeeinrichtung, die ihrem Träger, insbesondere der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld, eine liebe Last ist. Rund 55 000 Euro muss die Kirche Jahr für Jahr für die Einrichtung aufwenden, deutlich über 800 Euro für jeden Platz. Nur 17 von 67 Kindern sind hier evangelisch. „Wir stehen zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung als Kirche“, sagte Stuberg. Aber man müsse sich auch fragen dürfen, ob „eine solche Aufgabe als freier Träger noch zu stemmen ist.“ Unter der alten Finanzierung nach dem Gesetz über Kindertagesstätten war man günstiger gefahren, wenn auch der Trägeranteil auf dem Papier höher war.

„Die Probleme“, erfuhr Michael Scheffler vom ebenfals anwesenden Pfarrer Wolfgang Kube, „sind die gleichen wie vor der Wahl.“ Das Kinderbildungsgesetz habe die Kindergartenträger „unter großen wirtschaftlichen Druck gebracht.“ Auch Gaby Iseringhausen sparte nicht mit Kritik an der Politik. Die Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Iserlohn sagte, das NRW-Kinderbildungsgesetz habe in den ersten beiden Jahren „katastrophale Folgen für die Gesundheit der Erzieherinnen gehabt.“

Auch Michael Scheffler sprach von einem „Flurschaden“, unterstrich aber ebenso wie Carina Gödecke, dass man das „Kibiz“ schließlich von der Vorgängerregierung geerbt habe. Derzeit sei man dabei, die Regelungen über zwei Novellierungen nachzubessern, wovon die erste Stufe unmittelbar bevorsteht. Sie soll zum 1. August greifen; verspricht Erhöhungen von verschiedenen Pauschalen und soll wieder den Einsatz von Praktikantinnen möglich machen. ▪ tk

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