Blick ins AK-Archiv: Feuerwehr kämpft sich durch den Schnee

Gut Sassenscheid brennt lichterloh

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Auch das Wohngebäude brannte.

Nachrodt-Wiblingwerde – Früher war Gut Sassenscheid ein Erholdungsheim. Man konnte dort auch essen oder Essen bestellen, das dann geliefert wurde. Heute wird dort chronisch suchtkranken Menschen geholfen. Das 25. Jubiläum gab es im vergangenen Jahr. Aber vor genau 50 Jahren wütete ein verheerender Brand. Von einem harten Einsatz für die Feuerwehr berichtet das AK vom Montag, 12. Januar 1970: „Leider viel zu spät erkannten die Bewohner des Gutshofes Sassenscheid bei Wiblingwerde in der Nacht zum Samstag ein Schadenfeuer, das in einem Stall- und Wohngebäude des alten Gutshofes plötzlich ausgebrochen war.

Um 1.55 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Die Löschzüge aus Wiblingwerde und Veserde waren schnellstens zur Stelle, konnten aber beide Zufahrtswege mit ihren Fahrzeugen nicht passieren, da an mehreren Stellen Schneeverwehungen bis zu zwei Metern Höhe die Durchfahrt der schweren Wagen unmöglich machten. Kurz entschlossen gingen Gruppen von Feuerwehrleuten zunächst zu Fuß und trafen bereits um 2.10 Uhr an der Brandstelle ein. Zum Glück war das Erholungsheim auf Gut Sassenscheid nicht in akuter Gefahr. Ortskundige Nachbarn und viele Feuerwehrleute fuhren mit schweren Treckern über Felder zum Gutshof.

In schwierigstem Transport gelang es mit Hilfe von Unimogs und Treckern mit Ketten, eine Tragkraftspritze. Sie mußte mehrfach mit Seilwinden über Böschungen gehievt werden – an den Einsatzort zu bringen. Zwei Tankwagen aus Altena und einer aus Dahlerbrück erreichten ebenfalls Wiblingwerde auf schnellstem Wege, scheiterten aber auch auf dem letzten Streckenabschnitt zum Brandherd an den erheblichen Schneeverwehungen, die den Verkehr in gesamten Raum Wiblingwerde lahmgelegt hatten. Die Feuerwehr hat bei diesen widrigen Verhältnissen eine großartige Leistung vollbracht, als sie nach 30 Minuten mit dem Einsatz beginnen konnte.

Für die Einsatzleitung gab es bei der Lage am Brandherd und dem geringen Wasservorkommen nur eine Aufgabe: ein Übergreifen des Feuers auf das Erholungsheim zu verhindern. Das gelang. Das alte Gut Sassenscheid brannte völlig aus. Das Vieh aus den Stallgebäuden konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auch das Wohngebäude, in dem noch sechs Menschen lebten, wurde ein Opfer der Flammen. Die beträchtlichen Erntevorräte brannten lichterloh und wären auch mit Tankwagen nicht abzulöschen gewesen.“

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