Vom Bistum gibt‘s kein Geld für die Nachrodter Orgel

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Pastor Hermann Lösing, Johannes Fischer und Pfarrer Ulrich Schmalenbach (von links) informierten in der Gemeindeversammlung über aktuelle Themen der St. Josef-Gemeinde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Hauptthema der Gemeindeversammlung der katholischen St. Josef-Kirchengemeinde in Nachrodt, an der rund 40 Gäste teilnahmen, war am Sonntag die Kirchenorgel. Sie muss möglichst kurzfristig renoviert werden, da das Instrument nur noch schwer bespielbar ist.

Die Orgel wurde in den 1950er Jahren installiert, befand sich aber schon zu diesem Zeitpunkt in gebrauchtem Zustand. Die Orgel wurde nie optimal intoniert und an die Kirchenräumlichkeiten angepasst. Mittlerweile sind die 900 Pfeifen verstaubt und auch der Spieltisch hat schon bessere Zeiten erlebt. „Der Handschweiß der vielen Organisten, die das Instrument viele Jahrzehnte bespielt haben, hat seine Spuren hinterlassen. Aber das ist völlig normal“, erklärte Pfarrer Ulrich Schmalenbach. Der Aufwand zur Renovierung der Orgel beträgt rund 40 000 Euro. Bislang konnten durch Spenden und Aktionen der einzelnen Gruppen der Gemeinde etwa 13 000 Euro gesammelt werden. Der Rest muss anderweitig finanziert werden. „Vom Bistum Essen erhalten wir dafür keinen Cent“, erklärte Schmalenbach weiter. Aber es sei auch notwendig, eine auf mehrere Jahre kontinuierliche Einnahmequelle zu schaffen. Zu denken sei da beispielsweise an eine „Pfeifenpatenschaft“. Zumindest unterstützt das Förderwerk der Großpfarrei St. Matthäus die geplante Renovierung der Kirchenorgel finanziell.

Renoviert werden konnte allerdings mittlerweile das Vereinshaus. So wurde im Treppenhaus eine Wärmeabschottung angebracht. Die Versammlungsräume wurden komplett renoviert, neue Lampen und Heizungen installiert und auch ein Beamer einschließlich der zugehörigen Leinwand angebracht.

Klaus-Dieter Jacobsen erklärte den Anwesenden, dass im vergangenen Jahr in der Gemeinde 15 Kinder hätten getauft werden können. Bezeichnend sei allerdings, dass demgegenüber 29 Bestattungen hätten erfolgen müssen. Es sei auch, so Jacobsen weiter, in der Doppelgemeinde ein allmählicher Rückgang sowohl der Einwohnerzahl wie auch der Zahl Gemeindemitglieder zu verzeichnen. Diesem Problem stünden allerdings nicht nur Kirchengemeinden sondern auch Kommungen gegenüber.

Kindergartenleiterin Sandra Schwieren berichtete vom erfolgten Anbau an den St. Elisabeth-Kindergarten, durch den eine Fläche von rund 50 Quadratmetern habe hinzu gewonnen werden können. Das sei notwendig geworden, da nun auch sechs Kinder unter drei Jahren betreut werden. Seitens des Gesetzgebers sei es vorgeschrieben, dass bei dieser Anzahl der betreuten Kinder ein gesonderter Aufenthaltsraum sowie ein Schlafraum vorgehalten werden.

Johannes Fischer berichtete über die neu gegründete ökumenisch-ambulante Hospizgemeinschaft Nachrodt-Wiblingwerde. Deren Aufgabe sei es, unheilbar Kranke und Sterbende sowie auch deren Angehörige in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung zu begleiten. Mittlerweile konnten fünf Sterbebegleiter ausgebildet werden.

Abschließend berichtete Hans Wehr noch vom geplanten Verkauf des Evangelischen Gemeindehauses an der Schillerstraße. Den dort aktiven Gruppen der evangelischen Gemeinde wolle die St. Josef-Kirchengemeinde dann aushelfen und Räumlichkeiten in ihrem Vereinshaus zur Verfügung stellen, so Wehr. ▪ hb

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