Bisse, Schläge und Bedrohung

Symbolfoto.

NACHRODT/HAGEN ▪ Der 22-Jährige Nachrodter hatte seine Ex-Freundin mit Bissen und Schlägen traktiert und jemanden bedroht. Und eben wegen Bedrohung und Körperverletzung war er auch bestraft worden. Das seinerzeit vom Amtsrichter gesprochene Urteil wollten weder die Staatsanwaltschaft, noch der Beklagte akzeptieren. Deshalb gab es gestern eine Berufungsverhandlung vor dem Hagener Landgericht.

Zum Hintergrund: Am 27. November vergangenen Jahres war der Mann wegen Bedrohung und Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 60 Sozialstunden verurteilt worden, Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte am Abend des 11. September 2008 die Wohnung seiner Ex-Freundin in Plettenberg aufgesucht. Grund dafür war die vorangegangenen Trennung des ehemaligen Paares. Mit der wollte sich der 22-Jährige unter keinen Umständen abfinden, zumal ihm nach dem Auseinandergehen auch der Kontakt zum gemeinsamen Kind untersagt worden war. Als er am besagten Tag die Wohnung der Frau mit Hilfe des noch nicht zurückgegebenen Schlüssels betrat, traf er die Mutter seines Kindes mit einem Fremden auf dem Sofa an. Bei dem anderen Mann handelt es sich um einen Freund, mit dem sich die Frau lediglich einen Film anschauen wollte. Doch der Angeklagte vermutete mehr und drohte dem Mann damit, ihn umzubringen. Der ergriff die Flucht über den Balkon, der Nachrodter bedrängte seine Ex-Freundin und im Schlafzimmer fällt er über die Frau her, schlägt und beißt sie.

Gestern nun musste sich auch noch das Landgericht Hagen mit dem Fall befassen. Der Vorsitzende Richter legte den Beteiligten dabei nahe, über eine gegenseitige Rücknahme der Berufung nachzudenken. Die Staatsanwaltschaft wollte eine höhere Strafe, während es dem Verteidiger des Mannes um eine mildere Strafe ging. In erster Instanz hatte er eine Geldstrafe beantragt.

Der Richter gab zu bedenken, dass die Tat jetzt schon längere Zeit zurückliege. Auch sei eine Geldstrafe im Moment nicht in Sicht. Zudem soll sich der Angeklagte erst im April diesen Jahres erneut in die Wohnung begeben haben. Dafür lieferte der Verteidiger jedoch eine logische Erklärung: „Sie sind wieder zusammen und sie erwarten ihr zweites Kind.”

Nach einer kurzen Pause nahm der Verteidiger seine Berufung schließlich zurück. Dem schloss sich die Staatsanwaltschaft am Ende mit großen Bedenken an, machte aber klar, dass beim nächsten Vorfall ein sofortiger Widerruf der Bewährung drohe. - jape

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