Bisher erfolglose Suche nach neuer Schulleitung

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Anja Ihme hat am 30. April ihren Schreibtisch geräumt. Seitdem sucht die Arnsberger Bezirksregierung erfolglos nach einer neuen Leitung für die Grundschule Wiblingwerde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit fast drei Monaten ist die Grundschule Wiblingwerde ohne reguläre Leitung. Nachdem Anja Ihme zum 1. Mai nach Iserlohn gewechselt ist, hat zunächst Johannes Illerhaus die Leitung zusätzlich zu seiner Funktion als Leiter der Grundschule Nachrodt übernommen. Doch ein Ende dieser Übergangslösung ist noch nicht in Sicht.

Nach Auskunft von Gabriele Balzukat, im Amtshaus für die Schulverwaltung zuständige Fachbereichsleiterin, hat die Bezirksregierung die Wiblingwerder Rektorenstelle bereits zwei Mal ausgeschrieben, jedoch ohne auch nur eine einzige Bewerbung erhalten zu haben. Balzukat rechnet damit, dass die Stelle nun nach den Sommerferien zum dritten Mal ausgeschrieben wird. Ob sich dann jemand findet, der die Leitung der 90 Kinder zählenden Grundschule übernehmen wird, steht in den Sternen.

Die Gemeinde Wiblingwerde steht mit diesem Problem allerdings nicht alleine da. Landauf, landab sind Leitungsstellen insbesondere an kleinen Grundschulen nicht gerade begehrt. Etwa jede zwölfte Grundschule im Land kann keine voll besetzte Schulleitung vorweisen. Immerhin versucht die Landesregierung derzeit, Lehrern die Führungsaufgabe an Grundschulen schmackhaft zu machen. „Die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, bedeutet nicht nur mehr Verantwortung, sondern vor allem eine ganze Menge zusätzlicher Arbeit. Viele Lehrer wollten bisher diese Führungsaufgabe nicht wagen“, weiß auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler und sieht einen Grund dafür in der zu geringen Entlastung von den Lehrpflichten. Mit anderen Worten: Grundschulrektoren müssen neben ihrer Leitungsfunktion noch zu viel unterrichten. Bisher werden ihnen dafür nur zwei Unterrichtsstunden pro Woche angerechnet. Das will die Landesregierung ändern: Zukünftig sollen Leiter von Grundschulen um wöchentlich fünf Stunden entlastet werden.

Ob das für mögliche Kandidaten ausschlaggebend sein kann, sich auf die offene Stelle in Wiblingwerde zu bewerben, lässt sich schwer voraussagen. Für Gabriele Balzukat gibt es jedoch derzeit kaum eine Alternative dazu, die Stelle wieder zu besetzen. Natürlich könnten die beiden Grundschulen der Doppelgemeinde zu einer Verbundschule mit nur einem Schulleiter zusammengefasst werden. „Beide Schulen haben einen guten Ruf. Als Schulträger sehen wir deshalb keine Veranlassung, an den bestehenden Strukturen etwas zu verändern“, erklärte Balzukat dazu. Erst recht habe die Gemeinde kein Interesse daran, die kleinere der beiden Grundschulen zu schließen. „Dann hätten wir immer noch zwei Gebäude, das würde also keine Ersparnis bedeuten“, so Gabriele Balzukat, die als Kämmerin im Amtshaus den besten Überblick über den Haushaltsplan hat.

Somit bleibt in der Doppelgemeinde also die Hoffnung, dass die Ausschreibung der Schulleiterstelle im dritten Anlauf Erfolg hat. Vielleicht trägt ja die von der Landesregierung geplante Entlastung, die bereits zum neuen Schuljahr eingeführt werden soll, auch dazu bei. ▪ vg

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