Birgit Tupat neue Bürgermeisterin

Mit leicht triumphierendem Blick nimmt Birgit Tupat die Glückwünsche von Gerd Schröder entgegen. Die 45-Jährige wird neue Bürgermeisterin der Doppelgemeinde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Als der Wahlsieg feststand, flossen dann doch Freudentränen: Fast anderthalb Stunden lang hatte Birgit Tupat mehr oder weniger geduldig auf die Zahlen aus den Wahllokalen gewartet. Als sich ihr Erfolg abzeichnete, hatte sie die Fassung bewahrt. Mit Vorliegen der letzten Abstimmungsergebnisse um 19.41 Uhr war es damit vorbei.

Ergebnisse

Alle Ergebnisse der Bürgermeisterwahl finden Sie hier

Zur Wahlseite

58,6 Prozent der Wähler hatten der parteilosen Birgit Tupat am Ende ihre Stimme gegeben und die 45-Jährige zur neuen Bürgermeisterin der Doppelgemeinde gewählt. Damit hatte sie den SPD-Kandidaten Gerd Schröder (56), der 41,4 Prozent der Stimmen erhielt, klar abgehängt. Schröder gestand die Niederlage ohne Umschweife ein. „Man muss das neidlos anerkennen. Die Wähler wollten die Bürgermeisterin, die bereits im Amtshaus sitzt. Dagegen habe ich keine Chance gehabt.“ Schröder gab sich als guter Verlierer, gratulierte der Siegerin und wünschte ihr viel Kraft für ihre Aufgabe.

Enttäuscht war der Sozialdemokrat dennoch. „Ich hatte mir schon Chancen ausgerechnet“, sagte er. Dabei habe er darauf gesetzt, dass die Wahlbeteiligung aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl höher sein würde. Mit 57,7 Prozent war sie zwar tatsächlich um gut acht Prozent höher als beim ersten Wahlvorgang vor einer Woche. Genützt hat es Schröder aber letztlich wenig. Er hatte sein erstes Wahlergebnis nur um 4,4 Prozent steigern können, während Birgit Tupats Stimmenanteil um 15,5 Prozent wuchs. Nachdem Schröder im ersten Wahlgang vor einer Woche noch in fünf Stimmbezirken eine Stimmenmehrheit errungen hatte, gelang ihm das bei der Stichwahl nur noch in drei Stimmbezirken. Tupat dagegen punktete bei der Stichwahl auch in Bezirken, die sie im ersten Wahlgang nicht gewonnen hatte. So überholte sie Schröder beispielsweise in den Wahllokalen Amtshaus und Albert-Schweitzer-Hauptschule, wo der SPD-Kandidat in der Vorwoche noch gewonnen hatte. Tupat gewann in allen Stimmbezirken des oberen Gemeindebezirks, mit Ausnahme von Veserde, dem Wohnort von Schröder.

Die neue Bürgermeisterin sieht ihre Hauptaufgabe nun darin, den Gemeindehaushalt zu sanieren. „Das ist der größte Brocken, der vor uns liegt“, sagte sie am Sonntagabend. Es gelte, daran zu arbeiten, dass „dieser Riesenfelsen kleiner wird“. Dabei will sie die Bürgerschaft einbinden.

Eine Herausforderung dürfte für Birgit Tupat auch sein, dass sie im Amtshaus jetzt von der Kollegin zur Chefin wird. „An einigen Stellen wird es bestimmt haken“, erwartet sie keinen reibungslosen Übergang. Sie wolle aber mit den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung persönliche Gespräche führen, um zu erfahren, welche Ideen sie in die Verwaltungsarbeit einbringen wollen. „Ich wünsche mir dafür offene Gespräche“, erklärte Tupat, die ihren Amtseid übrigens in der Ratssitzung am Montag, 21. Mai, ablegen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare