Bürgermeisterin Tupat macht der Job noch Spaß

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Im Kreis der Wiblingwerder Landfrauen sprach Bürgermeisterin Birgit Tupat am Montag über die ersten acht Monate ihrer Amtszeit.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ihr Arbeitstag habe sich verändert, seit sie Bürgermeisterin sei, versicherte Birgit Tupat am Montag den Wiblingwerder Landfrauen. „Das ist kein Job, der von halb neun bis um vier geht, er dauert auch schon mal von morgens sieben bis abends um zehn“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Bei Kaffee, Waffeln und Kuchen berichtete die 46-jährige Tupat am Montagnachmittag von ihren ersten acht Monaten im Amt der Chefin von Rat und Verwaltung der Doppelgemeinde. Dabei betonte sie, dass sie nicht allmächtig sei, sondern sich auch an gewisse Spielregeln zu halten habe. Gleichzeitig legte sie Wert auf die Feststellung, als unabhängige Kandidatin ins Amt gekommen zu sein („Jeden Cent meiner Wahlkampfkosten habe ich selbst bezahlt!“) und auch jetzt nur dem Wohl der Gemeinde verpflichtet zu sein („Da kann keiner sagen, ich hätte aus irgendwelchen Gründen für oder gegen etwas gestimmt.“) Und auch wenn die ersten Monate mit der Verabschiedung des unpopulären Sparpaketes und den mindestens ebenso unbeliebten Abgabenerhöhungen nicht immer ein Zuckerschlecken gewesen seien, betonte die Bürgermeisterin: „Ja, es macht mir immer noch Spaß!“

Sie fühle sich als „Nachrodt-Wiblingwerder Urgestein“, sagte die gebürtige Rennerderin, die noch immer dort wohnt, im Haus ihrer Eltern. Wohl auch deshalb genießt sie die Termine, die sie als Bürgermeisterin neben den vielen Besprechungen und der nach wie vor notwendigen Verwaltungsarbeit im Amtshaus hat. Dazu gehören viele Besuchstermine anlässlich von Jubiläen, beispielsweise goldene oder diamantene Hochzeiten. „Davon gibt es schon ziemlich viele, vor allem hier oben in Wiblingwerde. Und es ist schon interessant, was die Leute so zu erzählen haben“, berichtete Birgit Tupat von ihren Kontakten mit den Menschen der Doppelgemeinde.

Man spürte, dass Birgit Tupat „ihre“ Gemeinde am Herzen liegt, auch oder gerade, weil die gerade finanziell ziemlich am Stock geht. „Die Grundschule ist wichtig für Wiblingwerde“, betonte sie und verschwieg nicht, dass sie sich der von der Schließung bedrohten Einrichtung auch persönlich verbunden fühle: „Vielleicht, weil ich selbst da vier Jahre die Schulbank gedrückt habe.“

Und weil auch für andere Aufgaben einfach das Geld nicht ausreiche, sei Einfallsreichtum gefragt, betonte Tupat. Zum Beispiel bei der Unterhaltung der mehr als 20 Spiel- und Bolzplätze. „Sobald das Wetter wieder offen ist, werde ich dafür ehrenamtliche Paten suchen“, kündigte die Bürgermeisterin an. Um das Gartenhallenbad kümmere sich bereits eine Bürgerinitiative, berichtete sie weiter. Allerdings sei ungewiss, ob das Bad, das für die Gemeinde ein 300 000-Euro-Zuschussbetrieb sei, dadurch erhalten werden könne.

In anderen Bereichen trügen die Bemühungen, die Kosten in den Griff zu bekommen, erste Früchte, gewährte Tupat weitere Einblicke in ihre Arbeit. So sei die gemeinsam mit der Stadt Altena gegründete Sekundarschule im vergangenen Jahr gut gestartet, befand sie. Und auch die Umstellung auf die interkommunale Zusammenarbeit in den Bereichen Standesamt und Soziales habe „eigentlich ganz gut funktioniert“. Ginge es nur nach Birgit Tupat, solle es dabei nicht bleiben. „Ich bin der Meinung, dass weitere Bereiche folgen müssen“, erhofft sich die Bürgermeisterin durch die Ausweitung der Kooperation weitere Einsparungen.

Mittelfristig rechnet sie damit, dass das mit Regionale 2013-Mitteln geförderte Projekt LenneSchiene auch positive Effekte für Nachrodt-Wiblingwerde bringe, erklärte Birgit Tupat weiter. Mit dem Projekt-Baustein „Ortszentrum Nachrodt“ solle der Lenne-Abschnitt zwischen Rastatt und Haus Nachrodt neu gestaltet und dabei auch eine neue Brücke über die Lenne einbezogen werden. ▪ Volker Griese

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