„Welcome to line dance“ der Superlative

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Weltmeisterin Liza Snow begeisterte in der Lennehalle.

Nachrodt-Wiblingwerde – Vergessen Sie alles, was sie über Line dance dachten: Cowboyhüte, Cowboystiefel. Leute, die nebeneinander und hintereinander einfache Schritte machen, die Hände in den Hosentaschen. Einfach ist mal gar nichts. „Welcome to line dance“ der Superlative: Liza Snow, die Weltmeisterin in der Kategorie Newcomer, setzte dem Bier- und Countryfest in der Lennehalle Nachrodt ein Krönchen auf.

Dabei hatte sie von der Doppelgemeinde vorher noch nie etwas gehört. Mit einem Potpourri aus Cha-Cha-Cha, Samba, Elementen aus dem Latein-Paartanz, Walzer und allem, was das Tanzherz begeistert, verzauberte die junge Herforderin alle Gäste. Leider waren es nicht so viele.

Für etwa 150 Zuschauer wirkte die Lennehalle etwas zu groß. Das war nicht nur schade für die Weltmeisterin, sondern auch für die Line Dancer der „Little Country Family“ und besonders auch für die Band Gary Niggins and the Coal Miners, die auf der nagelneuen – und richtig schönen – Bühne einen guten und gut gelaunten Auftritt hinlegten. Zum Glück hatte die Band ein paar Fans mitgebracht. Nachrodter waren tatsächlich etwas rar gesät.

"Vielleicht müssen wir Striptease anbieten"

 Handgemachte, tanzbare Countrymusik mit bekannten Songs wie „Take me home, Country Roads“ von John Denver, aber auch eigene Stücke wie „440 Kilometer“ gab es für das Publikum, das Lust aufs Tanzen hatte. Line dance versteht sich – aber auch Paare schwebten über das Parkett. Dass es in der Lennehalle nicht die weltbeste Akustik gibt, ist kein Geheimnis. „Unser Mischer gibt sein Bestes, aber zaubern kann er auch nicht“, meinte Garry Niggins, der als Dankeschön für die Einladung nach Nachrodt dem Gastgeber ein Geschenk überreichte.

 Norbert Grebe bekam ein T-Shirt der Band. Doch was macht man als Veranstalter in der Doppelgemeinde, wenn man alle Register zieht, aber die Menschen nicht locken kann? Die SPD erlebte Ähnliches bei ihrem Familienfest. Der Kulturschock erlebte Ähnliches bei seinem Open Air-Konzert. „Vielleicht müssen wir mal Striptease anbieten“, schmunzelte Norbert Grebe, der seinen Cowboyhut dann aber nicht in den Sand steckte.

Im Gegenteil: Die positiven Dinge standen im Vordergrund. Das Bierfest zum Beispiel, das bei schönem Wetter draußen stattfinden konnte. Und das durchaus eine recht zufriedenstellende Resonanz hatte. 15 unterschiedliche und zum Teil außergewöhnliche Biersorten wurden geboten. Und weil man vom Trinken nicht satt wird, zauberte Jan Schneider mit seinem Feuerwehr-Team Hamburger und Cheeseburger am laufenden Band. Für das Konzert war die Lennehalle westerntechnisch hergerichtet: mit Fahnen aus Texas zum Beispiel oder – sehr witzig – mit Hindernisstangen und Equipment vom Reiterhof Pühl. Es war an alles gedacht. Gefehlt hat nur der Ansturm.

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