Polizist für alle Fälle: Er kennt alle Baustellen

Den Schulweg im Blick: Bezirksbeamter Jörg Bielefeld vor der Grundschule in Wiblingwerde.

Elterntaxis, Falschfahrer, Nachbarschaftsstreits: Jörg Bielefeld kennt die Probleme in Nachrodt-Wiblingwerde. Auf Streife mit einem besonderen Polizisten.

Nachrodt-Wiblingwerde –  Schichtbeginn für Jörg Bielefeld. Er ist seit genau einem Jahr Bezirksbeamter in Nachrodt-Wiblingwerde. Aber was macht er eigentlich den ganzen Tag? Wir haben ihn auf seiner Streife begleitet. 

7.30 Uhr: Jörg Bielefeld spaziert durch Wiblingwerde. Besonders interessiert ihn das Treiben rund um die Grundschule. „Ich mache jetzt hier Schulwegsicherung“, erklärt Bielefeld. Allein seine Präsenz sorge schon dafür, dass es für die Kinder sicherer werde. 

"Welt in Wiblingwerde noch in Ordnung"

Das größte Problem sind auch hier die Elterntaxis, sprich Eltern, die ihre Kinder mit dem eigenen Auto bis vor die Schule bringen. „Wobei man sagen muss, dass hier oben die Welt schon noch in Ordnung ist. Die meisten Kinder kommen wirklich in kleinen Gruppen zu Fuß oder mit dem Bus. In Nachrodt sieht das leider oft anders aus.“ 

Gerade fährt ein Taxi an die Schule heran, es bringt die Kinder aus den umliegenden Dörfern. Der Fahrer hält, wie es richtig ist, vor dem Halteverbotsschild gegenüber des Ehrenmals. 

Ermahnung für Elterntaxis

„Da muss ich mal eben hin“, sagt der Polizist. „Sie haben das fast perfekt gemacht. Allerdings stehen Sie auf dem Bürgersteig. Das macht den Gehweg für die anderen Kinder sehr eng. Bitte halten Sie demnächst auf der Straße.“ 

Freundlich, aber bestimmt macht der Polizist den Taxifahrer auf seinen Fehler aufmerksam. Die Kinder finden die Anwesenheit des Polizisten spannend. 

Viele kennen ihn bereits. Denn Jörg Bielefeld ist auch für die Verkehrserziehung an Schulen und Kindergärten verantwortlich. 

Tipps und Tricks für sicheren Schulweg

Auf dem Schulweg begleitet er manchmal die Kinder ein Stück und achtet darauf, dass sie das Gelernte richtig anwenden. „Erinnerst du dich noch an den Stoppstein? An den trittst du heran und guckst, ob ein Auto kommt“, erklärt er einer Gruppe. 

Früher war Jörg Bielefeld Dienstgruppenleiter auf der Wache in Altena. Sein neues Berufsleben in Nachrodt-Wiblingwerde gefällt ihm. „Es ist andere Arbeit. Aber ich finde es super, so viel draußen bei den Menschen zu sein.“ 

Die Schule hat inzwischen begonnen. Zeit für den Polizisten, sich anderen Aufgaben zu widmen. Doch weit kommt er nicht. Ein Lkw-Fahrer braucht seine Hilfe. 

L692: Sperrung und Falschfahrer

Er ist von der Sperrung der L 692 irritiert und weiß nicht, wie er fahren soll. Geduldig erklärt Jörg Bielefeld dem Fahrer den Weg. 

Die Bauarbeiten werden auch ihn die nächste Zeit beschäftigen. „Ich werde mich jetzt in der Brachtenbeck und dann am Kreinberg positionieren und beobachten, ob esimmer noch Fahrer gibt, die die Einbahnstraßenregelung missachten.“ 

Doch die Autofahrer haben gelernt. Nur selten erwischte Bielefeld in den vergangenen Tage Falschfahrer. Weiter geht es mit einer Tour durch die Dörfer. 

Kontakt zu Bürgern wichtig

Immer wieder hält er an, sucht das Gespräch mit den Menschen auf der Straße. „Hallo, ich bin Ihr Bezirksbeamter. Wie geht es Ihnen? Haben Sie Fragen oder drückt irgendwo der Schuh?“ Manch einer guckt etwas verdutzt. 

Doch so entstehen schnell Gespräche. Jörg Bielefeld erfährt vom Nachbarschaftsstreit und von Lärmbelästigungen. Manchmal entsteht einfach nur ein nettes Gespräch. 

Haftbefehle: Polizisten kommen zu zweit

„Die Arbeit draußen, der Kontakt mit den Menschen ist mir wichtig. Das ist der Reiz an meiner Arbeit. Einsam ist der Job wahrlich nicht – auch wenn ich meistens alleine unterwegs bin.“ 

Verstärkung bekommt Bielefeld, wenn es um die Vollstreckung von Haftbefehlen geht oder ernstere Einsätze sind. „Dann gehen wir nur zu zweit, zum Schutz.

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