50 Jahre Hohage-Hof

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Gut besucht war am Sonntag die Jubiläumsveranstaltung. ▪

NACHRODT-W‘WERDE ▪ „Ich glaube, es war auch ein Sonntag“, sagte Hans-Jürgen Hohage. „Auf jeden Fall war es der 15. Juli 1962, als wir das erste Mal auf dem Hohenhagen Kaffee getrunken haben.“ Und das wiederum brachte Hohage auf die Idee, den 50. Jahrestag seines Hofes auf dem Hohenhagen mit einer Feier zu begehen.

So wurden dann Verwandte, Freunde und Geschäftspartner zu einem großen Scheunenfest auf das Anwesen eingeladen. An Gesprächsstoff mangelte es nicht. Denn die dörfliche Umstrukturierungzu Beginn der 60er Jahre bot reichlich Gelegenheit, um die letzten Jahrzehnte noch einmal Revue passieren zu lassen.

Neben dem Hof Hohage wurden fünf weitere Höfe aus Wiblingwerde und der unmittelbaren Umgebung umgesiedelt. Der Hof Hohage war ursprünlich in Haste gelegen. Von dort erfolgte die Verlegung zum Hohenhagen. Der Hof einschließlich der Wohngebäude wurde völlig neu erreichtet. Die Neuordnung sah vor, dass sich die Landwirtschaft vom Ackerbau und der Viehzucht weitestgehend entfernte und zu reinen Grünlandbetrieben mit Milchviehhaltung umorientierte. Das war für die betroffenen Landwirte im Wortessinne „Neuland“. Doch die mit der Landwirtschaftsreform einhergehende Flächenzusammenlegung brachte auch Vorteile. So war für den einzelnen Landwirt, der sonst mehrere, voneinander unabhängig gelegene Parzellen besaß, das Bewirtschaften einer einzelnen, größeren Fläche wesentlich einfacher und wirtschaftlicher.

Hohage erinnert sich noch an den Umzug. „Ich war damals 15 Jahre alt“, sagt er. Und das sei alles schon ganz schön spannend gewesen. Aber an den wesentlich größeren Hof am Hohenhagen hätte man sich zuerst einmal gewöhnen müssen. Doch das Fazit Hohages fällt positiv aus. „Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht“, resümiert er. „Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden.“ Günter Buttighoffer, Ortslandwirt und Kreisverbandsvorsitzender, kann sich an den eigentlichen Umzug seiner Eltern auf den neuen Grundbesitz nicht mehr wirklich erinnern. Zu dieser Zeit war er gerade einmal sechs Jahre alt. „Ich habe damals auf dem neuen Hof ein eigenes Zimmer gekriegt“, sagt er schmunzelnd. „Das war schon eine tolle Sache“. Das hinter der Umstrukturierung stehende Prinzip war das der Trennung von Wohnraum und Stallungen. Bei den ersten der umgesiedelten Höfe befand sich jedoch zwischen Wohngebäude und Stallungen eine Art „Zwischenraum“ in dem in der Regel die Milchküche untergebracht war. Man gelangte daher vom Wohn- in den Zwischenraum und von daher unmittelbar in die Stallungen. „Hätte man die Türen des Zwischenraumes aufgelassen,hätte wieder eine Verbindung zwischen Wohnraum und Stallungen bestanden,“, schmunzelte Buttighoffer. Erst die Höfe, die in den Folgejahren errichtet wurden, verfügten über getrennt stehende Gebäude. Das alles konnten Hohages Gäste am Sonntagmorgen einmal Revue passieren lassen.

Rund 60 Personen fanden sich ein um bei einem guten Essen und auch dem ein oder anderen Bierchen ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen. Dazu hatte Hohage seine Scheune geräumt, bestuhlt und mit reichlich Tischen versehen. ▪ hb

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