Bewährungsstrafe nach Ladendiebstahl

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist töricht, im Toom-Markt in Altena zu klauen. „Entweder es piept, oder es tippt einem jemand auf die Schulter“, erklärte Richter Dirk Reckschmidt am Donnerstag einem 42-Jährigen aus Wiblingwerde, der es dennoch versucht hatte.

Am 11. Februar scheiterte der Angeklagte bei dem Versuch, eine Flasche Jägermeister im Wert von 15,99 Euro in seiner Jacke aus dem Markt zu schleppen – ohne den Kräuterlikör vorher bezahlt zu haben. „Ja, das war so“, gab der Angeklagte den Diebstahl im Amtsgericht Altena zu. Dabei hätte er gute Gründe gehabt, die Zahl der Probleme in seinem Leben nicht noch zu erhöhen: Seine Heroinabhängigkeit war zwar Geschichte, aber seit vielen Jahren hatte er durch den Ersatzstoff Methadon auf Kurs gehalten werden müssen. Wegen mehrerer Diebstähle geringwertiger Sachen war der Angeklagte in den vergangenen Jahren immer wieder verurteilt worden. Von 300 Sozialstunden, die ihm beim letzten Mal aufgebrummt worden waren, hatte er immerhin schon 180 abgeleistet. Wegen des Jägermeister-Diebstahls kamen gestern aber 40 neue hinzu. Die gab es allerdings nur obendrauf: „Es ist Zeit für eine Bewährungsstrafe“, stellte die Staatsanwältin fest und beantragte eine zweimonatige Haftstrafe. Dem folgte Richter Dirk Reckschmidt in seinem Urteil. Auch hielt er eine dreijährige Begleitung und Unterstützung des Angeklagten durch einen Bewährungshelfer für angemessen.

Sorgen machten dem Richter allerdings die Bemühungen des Angeklagten, sein Berufsleben möglicherweise auf die Zielgerade einer Frühverrentung einmünden zu lassen: „Mit 42 in die Rente? Das ist keine Perspektive“, forderte er den Angeklagten auf, seine vorhandenen Fähigkeiten auf dem Weg in ein anderes Leben zu nutzen. -  Thomas Krumm

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