Querschnitt durch 300 Jahre Orgelmusik

Kirchenmusikerin Bettina Pahnke an ihrem Arbeitsplatz in Hohenlimburg. Am Sonntag, 19. August, wird sie die Orgel der Wiblingwerder Dorfkirche erklingen lassen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Derzeit arbeiten noch die Handwerker und Restauratoren in der Wiblingwerder Dorfkirche, aber schon in knapp drei Wochen wird dort die Königin der Instrumente erklingen: Am Sonntag, 19. August, wird Bettina Pahnke am Spieltisch der Kirchenorgel Platz nehmen und ein Konzert geben.

Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) at das Jahr 2012 unter das Motto „Reformation und Musik“ gestellt und somit zum Jahr der Kirchenmusik erklärt. Quer durch die Republik zieht bereits seit dem 1. Januar die EKD-Stafette „366+1 Kirche klingt 2012“ und verschafft der wunderbaren Gottesgabe mehr Gehör denn je. Auch die Gemeinden gehen mit großer Kreativität zu Werke.

Im Kirchenkreis Iserlohn gibt es als Beitrag zum Jahr der Kirchenmusik in den Sommerferien den Konzert-Zyklus „Dorfkirchen klingen“. Hinter diesem idyllischen Titel verbergen sich sieben Veranstaltungs-Sonntage, einer davon am 19. August in Wiblingwerde. Alle Veranstaltungspaket laufen nach dem gleichen Prinzip ab: ab 16.30 Uhr findet eine Kirchenführung statt, ehe schließlich um 17 Uhr das Konzert beginnt. Im Anschluss daran besteht Gelegenheit zu Erfrischungsgetränk und Gespräch.

Die Hohenlimburger Kirchenmusikerin Bettina Pahnke wird auf der Orgel der Wiblingwerder Kirche ein etwa einstündiges Konzert mit Stücken aus (Früh-)Romantik (Johann Christian Heinrich Rinck, Felix Mendelssohn Bartholdy), Barock (Johann Sebastian Bach) und Moderne (Germaine Tailleferre, Arvo Pärt) geben. Dazu kommen popularmusikalisch geprägte Stücke des schwäbischen Kirchenmusikers und Komponisten Michael Schütz (unter anderem „Good Mornin’“ und „Dance with me“ aus der Sammlung „20 Pop-Stücke für Orgel“). „In diesem Bereich sind in den letzten Jahren zahlreiche Kompositionen entstanden, die das klassische Repertoire ergänzen und bereichern. So gibt es in dem Konzert also einen abwechslungsreichen Querschnitt durch etwa 300 Jahre Orgelmusik“, erklärte Bettina Pahnke.

Das Konzert ist aber auch eine gute Gelegenheit, die dann vollständig restaurierte Dorfkirche zu besichtigen. Die Kirchenbesichtigungen sind nämlich ein elementarer Bestandteil der Konzertreihe. „Dabei soll unser architektonischer Reichtum sichtbar werden: Die wunderschönen kleinen Kirchen öffnen sich einem größeren Kreis, der Kirchenkreis in seiner Ausdehnung wird erfahrbar und schließlich füllt sich das Gotteshaus mit Musik“, erläuterte Kreiskantor Hanns-Peter Springer das Prinzip.

Die Schirmherrschaft für den sommerlichen Konzertzyklus, der in Wiblingwerde endet, hat Superintendentin Martina Espelöer übernommen. Der Eintritt ist frei, allerdings wird eine Kollekte gehalten, die der Unterhaltung der Dorfkirche dient. ▪ Volker Griese

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