1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Geplantes Lkw-Durchfahrtsverbot in Lüdenscheid: Verlagert sich Verkehrsdrama nach Nachrodt?

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Kommt das Lkw-Durchfahrtsverbot in Lüdenscheid?
Kommt das Lkw-Durchfahrtsverbot in Lüdenscheid? © Cedric Nougrigat

„Und warum schreien unsere Abgeordneten nicht“?, fragte UWG-Sprecherin Petra Triches während der Debatte im Rat zum geplanten Lkw-Durchfahrtsverbot in Lüdenscheid und die damit verbundene große Sorge, dass sich das Verkehrsdrama nach Nachrodt verlagern wird.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk weist den Vorwurf zurück. Sie hat ein Büro direkt in Nachrodt und kennt die Verkehrssituation nur zu gut. „Lautstärke allein reicht nicht. Ich weiß, was auf die Gemeinde zukommt. Wir gucken natürlich, was man machen kann“, so die Abgeordnete.

Was die wichtigste Frage bei dem Thema sein werde, sei die Einordnung, welche Lkw die Bedarfsumleitung befahren dürfen und welche nicht. „Mir fällt es schwer zu quantifizieren, was wirklich Ziel- und Quellverkehr in der Region gerade ist“, so Bettina Lugk. Und wie wolle man eben diesen vom überregionalen Verkehr trennen? „Weil wir auch Zugmaschinen haben, die angemietet oder geleast sind. So kann man auch nur bedingt nach Nummernschilder gehen und hat kaum eine Möglichkeit, dies zu überprüfen.“

Bettina Lugk SPD-Bundestagsabgeordnete
Bettina Lugk SPD-Bundestagsabgeordnete © Privat

Jedes Verbot, was man ausspricht, müsse man kontrollieren und durchsetzen. Sonst mache es keinen Sinn. „Wir hätten höchsten die Chance der stichprobenartigen Polizeikontrollen. Dann muss geprüft werden, ob Lkw-Fahrer mit Lieferschein zu einer Firma in unserer Region unterwegs sind, oder mit Lieferschein von einer heimischen Firma für die Auslieferung ins Bundesgebiet. Nur so kann man es händeln“, findet Lugk. Grundsätzlich stellt sie das geplante Lkw-Durchfahrtsverbot in Lüdenscheid nicht infrage, denn: „Was ist die Alternative?“ Die Situation betreffe nicht nur die Lüdenscheider selbst, sondern auch viele Menschen, die nach Lüdenscheid ein- und auspendeln. „Die müssen auch eine Chance haben, das tun zu können. Wenn wir den Verkehr weiter verdichten, haben auch die kaum eine Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz zu erreichen.“

Angst um Brücke

So oder so: Es fahre viel zu viel Verkehr durch die Region allerorts, auch in Balve beispielsweise – „und nicht, wie es ausgeschildert ist, weit drumherum. Also: Kontrollen. Die ganze Region ächzt und stöhnt, in Nachrodt kommt die Angst vor dem Zusammenbruch der alten Lennebrücke hinzu.

Der Bau der neuen Brücke dürfe nicht länger in der Warteschleife hängen, „aber da habe ich als Bundespolitikerin nicht wirklich einen Einfluss“, sagt Lugk, die übrigens nicht zur Expertenrunde zum Neubau der Brücke eingeladen war, die Straßen.NRW organisierte hat. „Das Verfahren um den Neubau läuft ewig, die Fronten sind verhärtet“, so Bettina Lugk.

Auch interessant

Kommentare