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Hundetraining an der Lenne

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Bettina Bleiweiß (Mitte) bietet Hundetraining an – auch bei einem Spaziergang an der Lenne.
Bettina Bleiweiß (Mitte) bietet Hundetraining an – auch bei einem Spaziergang an der Lenne. © Susanne Fischer-Bolz

Hundetraining an der Lenne: Was tun, wenn Waldi jeden Spaziergänger anspringt? Oder so an der Leine zerrt, dass Frauchen im Gebüsch landet?

Nachrodt-Wiblingwerde – „Du kannst deinem Hund etwas richtig Dummes sagen, und er wird dir einen Blick zuwerfen, der sagt: ‘Wow, du hast recht! Darauf wäre ich nie gekommen!’“ – Witzige Sprüche, kluge Ratschläge und jede Menge Glücksfloskeln gibt es rund um den Hund – für Herrchen und Frauchen und solche, die es werden wollen. Auch die Erziehung des Vierbeiners ist ein großes Thema. In Nachrodt-Wiblingwerde ist Bettina Bleiweiß Hundetrainerin. Seit knapp vier Jahren leitet sie Hundehalter im Umgang und bei der Ausbildung ihrer Lieblinge an. Unabhängig von Rasse und Alter übrigens.

Glückliches Miteinander

„Mir ist es wichtig, dass Hund und Halter glücklich zusammenleben“, sagt die Nachrodterin, die jetzt mit Antje Vockelmann und ihrem Hund Sky und Marion Sommer mit Vierbeiner Pepe an der Lenne unterwegs war. Es sind verschiedene Alltagssituationen, die Bettina Bleiweiß mit den Hundebesitzern trainiert. Denn oftmals, so erzählt sie, klappt das Miteinander ohne Ablenkung hervorragend. Wird die Aufmerksamkeit des Hundes aber auf irgendetwas für ihn Spannendes gelenkt, gibt es Probleme. Typisches Beispiel: die Begegnung mit anderen Hunden beim Spazieren gehen.

Schnell reagieren

„Das größte Problem sind die Menschen“, sagt Bettina Bleiweiß schmunzelnd und ergänzt: „Sie reagieren zu langsam.“ Anstatt erst lange zu überlegen und völlig angespannt zu sein, müssten sie schon vor der Situation wissen, was zu tun ist. Und das auch schnell umsetzen.

Sky und Pepe sind Hunde aus dem Tierschutz und der Tierrettung. Pepe ist viereinhalb Jahre alt und ein Mischling. „Der Umgang mit anderen Hunden tut ihm gut“, sagt sein Frauchen, die seit fast zwei Jahren eigens von Menden nach Nachrodt kommt.

„Man weiß nicht, was sie vorher erlebt haben“

Sky dagegen ist mit seinen elf Monaten noch ein sehr junger Hund, der vor sechs Wochen ein neues Zuhause gefunden hat. „Er ist noch etwas ängstlich“, sagt Antje Vockelmann. Dass die Herausforderungen mit Hunden zu arbeiten, die aus dem Tierschutz kommen, besonders groß ist, wundert nicht. „Man weiß eben nicht, was sie vorher erlebt haben“, sagt Bettina Bleiweiß.

Reale Welt statt Hundeplatz

Mal am Bahnhof, mal im Baumarkt, mal in einer belebten Innenstadt oder an einem beliebten Spazierweg: Das Hundetraining ist abwechslungsreich gestaltet und auf den ganz normalen Alltag ausgerichtet. Denn für Bettina Bleiweiß macht es keinen Sinn, dass man auf einem Hundeplatz alle Kommandos hervorragend einstudiert, die dann in der „realen Welt“ vom Vierbeiner durch neue Eindrücke schnell vergessen sind.

Basis-Signale wie Sitz, Platz, Abruf, Rückruf und das Laufen an lockerer Leine stehen im Vordergrund des Trainings.

Erfolgreiche Züchterin

2003 hatte sich Bettina Bleiweiß einen Herzenswunsch erfüllt und Colliedame Cimberly angeschafft. 2008 kam Xina, eine Zwergpinscherhündin hinzu. Mittlerweile ist Bettina Bleiweiß sehr erfolgreich in der Zucht. Xina ist die erfolgreichste Hündin 2017 in der Veteranenklasse. Indira ist Deutscher Jugend-Champion.

Dass neben der Zucht das Interesse am Lernverhalten von Hunden wuchs, versteht sich da fast von selbst. Bettina Bleiweiß entschied sich für eine Hundetrainerausbildung und legte die Prüfung beim zuständigen Veterinäramt ab. Heute bietet sie eine mobile Hundeschule im Märkischen Kreis an.

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