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Beste Nachricht seit Langem: Neubau der Lennebrücke geht voran

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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„Ungenügend“ ist der Zustand der Lennebrücke in Nachrodt: Sie muss dringend erneuert werden. Die Planungen laufen seit Jahren. Jetzt geht es voran.
„Ungenügend“ ist der Zustand der Lennebrücke in Nachrodt: Sie muss dringend erneuert werden. Die Planungen laufen seit Jahren. Jetzt geht es voran. © Lydia Machelett

Es ist die beste Nachricht seit Langem: Das Planfeststellungsverfahren für die neue Lennebrücke beginnt. Die Planunterlagen werden vom 14. März bis einschließlich 13. April im Amtshaus ausgelegt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Endlich, werden die allermeisten Nachrodter sagen. Seit Jahren geht das Bauvorhaben keinen Millimeter voran, während man sich um die alte Brücke sorgt, die unter den Verkehrslasten ächzt und stöhnt und deshalb nur noch einspurig befahrbar ist.

Dr. Petra Beckefeld, technische Direktorin des Landesbetriebs Straßen.NRW, wird sehr deutlich, wo der Hase im Pfeffer lag: „Dass dieses Verfahren so unsäglich lange gedauert hat, liegt daran, dass wir die Grundstücke nicht bekommen haben. Wir dachten, wir könnten es schnell machen, ohne Planfeststellung, einfach so den Ersatzneubau errichten. Das geht theoretisch auch, aber nicht praktisch, wenn wir die Grundstücke nicht bekommen. Wir können den Eigentümer nicht zwingen. Deshalb musste der Weg über das Planfeststellungsverfahren gehen. Dann haben wir rechtliche Möglichkeiten, an die Grundstücke zu kommen“, so Dr. Petra Beckefeld, als sie zur Diskussion rund um die Vollsperrung der B236 in Nachrodt war. Warum man sich nicht einigen konnte, bleibt offen. Christian von Löbbecke war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Es war der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick, der sich einen flammenden Appell aller Beteiligten für eine schnelle Realisierung der neuen Brücke gewünscht hatte, „damit wir nicht im schlimmsten Fall dort die nächste Vollsperrung bekommen.“

Einwendungen zu dem Vorhaben können bis zum 13. Mai erhoben werden. Und Kritik wird es sicher geben. Dr. Petra Beckefeld: „Wenn jetzt noch irgendwelche Einwendungen kommen, dies oder das doof ist, dies oder das im Weg steht, dann muss die Gemeinde unterstützen, dass wir jetzt vorwärtskommen.“

Auch die Wirtschaft könne helfend tätig werden. Dass die Nachrodt-Wiblingwerder Unternehmer gerne diesen Ball aufnehmen, macht Praedata-Geschäftsführer Uwe Hell mit einem Satz deutlich: „Wir haben das ehrgeizige Ziel, dass die Lennebrücke schneller fertig wird als die Autobahnbrücke.“

Eine Engstelle nach der anderen: Nach der Baustelle an der Lennebrücke folgt die zweite aus Letmathe kommend hinter der nächsten Kurve. Die Schaltung beider Ampeln kann nicht so miteinander gekoppelt werden, dass Fahrzeuge in einem Rutsch durch beide Baustellen kommen.
Eine Engstelle nach der anderen: Nach der Baustelle an der Lennebrücke folgt die zweite aus Letmathe kommend hinter der nächsten Kurve. Die Schaltung beider Ampeln kann nicht so miteinander gekoppelt werden, dass Fahrzeuge in einem Rutsch durch beide Baustellen kommen. © Henrik Wiemer

Wir, das ist eine Initiative von etwa 20 Unternehmern, Handwerkern und Händlern, die sich unter dem Arbeitstitel „B236 pro aktiv“ für eine Schadensbegrenzung aufgrund der Verkehrssituation einsetzen möchte. Ein wichtiges Thema aller ist natürlich die jetzt anstehende Vollsperrung.

Doch zurück zum Brückenneubau und den Fakten im Planfeststellungsverfahren. Dazu teilt die Bezirksregierung Arnsberg mit: „Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Nachrodt beinhaltet den Ausbau der B236 – Hagener Straße – und den Neubau der Lennebrücke. Es erfolgt ein Ausbau in neuer Trassenlage bedingt durch die Neuplanung der Lennebrücke in neuer Lage.

Die neue Trassenlage, bedingt durch die geplante Brücke, verbessert die verkehrliche Situation im Bereich der Ehrenmalstraße/ Sparkasse durch die Beseitigung der unübersichtlichen scharfen 90-Grad-Kurve.

Weiterhin entsteht durch die beidseitig geplanten neuen getrennten Rad- und Gehwege, die Anlage von drei zusätzlichen Querungshilfen und die Neuplanung der Bushaltestelle eine höhere Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Durch den Rückbau der bestehenden alten Brücke und einen Neubau einer Brücke nahe dem östlichen Lenne-Ufer werden die bestehenden Abflussbehinderungen entschärft bzw. die Barrierewirkungen auf die am und im Wasser lebenden Tierarten verringert.“

Die Planunterlagen umfassen einen Straßenteil und einen Düker. Denn die Versorgungsleitungen, die jetzt unter der alten Brücke „hängen“, werden durch die Lenne geführt. Beide Teile – Straßenbaumaßnahme und Dükerbauwerke – sind selbstständige Vorhaben, die jeweils ein Planfeststellungsverfahren erfordern. Sie konnten zu einem Verfahren zusammengefasst werden.

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