Besser als der Durchschnitt

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Abwärtstrend der Bevölkerungsentwicklung wird in den nächsten Jahren auch die Doppelgemeinde treffen. Aber, und das zeigen aktuelle Zahlen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, Nachrodt-Wiblingwerde wird vergleichsweise glimpflich davon kommen. Nach den Bertelsmann-Zahlen wird Entwicklung in der Doppelgemeinde insbesondere von einem erwarteten Zuzug von Familien abgefedert. Von Thomas Keim

Im Einzelnen deuten sich nach den Erhebungen folgenden Tendenzen an: Bis 2030 soll die Doppelgemeinde 6,1 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Zum Vergleich lässt sich sagen, dass die Bevölkerung im Märkischen Kreis im gleichen Zeitraum um 14,1 Prozent zurückgeht – kreisweit liegen die erwarteten Einbußen also mehr als doppelt so hoch.

Während der Märkische Kreis durch die Abwanderung von Familien rund vier Personen auf 1000 Einwohner verlieren wird, so zeigt die Prognose für die Doppelgemeinde in Richtung Plus: Auf 1000 Einwohner werden durch Familienwanderung sieben Einwohner hinzu kommen. Bei der „Bildungswanderung“ liegen die Verluste gleichwohl höher als auf Kreisebene. Im Umland liegt der Index bei minus 21, in der Doppelgemeinde dagegen bei minus 34. Durch „Alterswanderung“ wiederum können Nachrodt und Wiblingwerde fast sieben Menschen auf 1000 Personen hinzugewinnen, während kreisweit drei auf 1000 verloren gehen.

Der Jugendquotient, also der Anteil der unter 20-Jährigen, wird in der Doppelgemeinde bis 2030 von heute 36 Prozent auf 34 Prozent sinken. Damit steht die Gemeinde etwas besser als zum Beispiel der Landesdurchschnitt, der auf 31 Prozent zurückgeht. Beim Anteil der 65- bis 79-Jährigen wird sich vor Ort im Übrigen kaum anders verändern als auf Kreis- und Landesebene: Er steigt bis 2030 von 16 auf 19,6 Prozent. Der Altenquotient, also alle oberhalbt von 65, steigt jedoch von heute 35 auf 54 und damit um fast 20 Prozentpunkte. Das Durchschnittsalter klettert von heute 43 auf fast 48 Jahre. Genau sollen es 47,9 Jahre sein.

Der demographische Wandel erfordert nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung für die nächsten Jahre ein Umdenken in Politik und Verwaltung. Gefragt seien innovative Konzepte in der Kommunalpolitik und eine neue Kommunikationskultur. Ein lebenswertes Wohnumfeld und eine familien- und kinderfreundliche Infrastruktur seien auch im Blick auf die Tatsache, dass Kommunen schon heute konkurrieren, unabdingbare Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Gemeinwesen. Für viele Kommunen stehe „mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit“ deshalb nach Überzeugung der Bertelsmann-Experten ganz oben auf der Tagesordnung.

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