Ein Wassereimer unterm Baum

Besondere Geschenke: Schönes und Schreckliches unterm Tannenbaum

Früher klingelte ein Glöckchen, bevor man das Wohnzimmer stürmen und die Geschenke auspacken durfte.
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Früher klingelte ein Glöckchen, bevor man das Wohnzimmer stürmen und die Geschenke auspacken durfte.

Kommen am Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen auf den Tisch? Und morgen eine Weihnachtsgans? Viele mögen es klassisch. Die Geschenke liegen natürlich unterm Weihnachtsbaum. Früher klingelte ein Glöckchen, bevor man das Wohnzimmer stürmen durfte.

Nachrodt-Wiblingwerde - Um Erinnerungen an „gruselige oder witzige, spannende oder großartige Geschenke“ geht es im Gespräch mit bekannten Menschen der Doppelgemeinde.

„Ich habe nie irgendeinen pinkfarbenen Schlafanzug bekommen und auch keine anderen schrägen Sachen“, sagt Dr. Christian Schulze, der in seinem Leben noch nie aufgrund von fehlgeschlagenen Gaben beleidigt sein musste. Sein Lieblingsgeschenk war ein Plastikparkhaus. „Das habe ich geliebt“, erzählt der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins. „Pädagogisch sinnvolle“ Sachen“ gab es allerdings auch schon mal.

Dr. Christian Schulze ist Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins. Gruselige Geschenke hat er nie bekommen.

„Irgendwelche Bücher, die kein Mensch brauchte. An die Titel kann ich mich nicht mehr erinnern“, erzählt er lachend und erinnert sich, dass er mal einen Adventskalender für seine Frau nicht ganz glücklich gefüllt hat, mit Knetgummi und Hornhauthebel. „Ich denke immer praktisch und es zählt doch auch der gute Wille“, witzelt Christian Schulze.

Klapprad

Das schönste Geschenk überhaupt war für Kathrin Püschel ein rotes Klapprad. Aber bis sie das bekam, musste sie lange warten. „Ich konnte schon im Kindergarten Fahrrad fahren und dann bekam ich, als ich vier Jahre alt war, einen Roller. Da war ich stinkig“, erzählt die Christdemokratin lachend, die bis zur Kommunalwahl im Rat der Gemeinde saß. So richtig in die Hose ist in ihrem Leben aber noch kein einziges Weihnachtfest gegangen.

Kathrin Püschel (links - hier mit Hans-Jürgen Hohage und Rita Joergens) hat sich immer besonders über ein neues Kleid für ihre Puppe gefreut.

„Ich war immer happy, wenn das Christkind ein neues Kleid für meine Puppe Bärbel gebracht hat. Einmal habe ich auch ein Holzpuppenbett bekommen, das ich dann mit meinem Bruder in einen Rennwagen umgebaut habe“, erzählt Kathrin Püschel. Als Kind sei nur noch der Geburtstag besser als Weihnachten gewesen. Bis heute ist für die Wiblingwerderin das Zusammensein mit der Familie das Schönste an Weihnachten.

Ferngesteuerter BMW

Vier Geschwister hat Mark Wille – entsprechend viel los war in seiner Familie zu Weihnachten immer. „Ganz toll war ein ferngesteuerter BMW. Wenn er fuhr, hatte er Motorengeräusche und das Licht ging an“, erzählt der Leiter der Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr. Leider kamen da „unheimlich viele Batterien rein, die waren ewig leer“, erinnert sich Mark Wille schmunzelnd, der später eine Märklin-Eisenbahn unter dem Weihnachtsbaum fand. Richtige Gruselgeschenke hat er nie bekommen.

Mark Wille ist Leiter der Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr. Sein Lieblingsgeschenk: ein ferngesteuertes Auto.

Nur einmal gab es Discoroller, „die Dinger waren zu der Zeit der letzte Schrei. Aber ich konnte da einfach nicht mit umgehen. Nach fünf Versuchen habe ich es aufgegeben“, erinnert sich Mark Wille lachend, der sich, wie er sagt, über viele Dinge freuen kann. Das gilt auch für den bunten Weihnachtsteller, den es in seiner Familie immer gab, mit Marzipan und Plätzchen. „Den gibt es auch heute bei uns. Einen aber für alle.“

Schnuckerteller

So einen Weihnachtsteller, bei Rödings genannt Schnuckerteller, hat auch Dirk Röding immer bekommen. „Mit Marzipan, Nougat und Dominowürfeln. Meine Schwester mochte lieber Nougat, ich lieber Marzipan. Dann haben wir getauscht.“ An totale Pannen kann sich der Bauamtsleiter der Gemeinde nicht erinnern.

„Schnuckerteller“ gab es immer in der Kindheit von Bauamtsleiter Dirk Röding.

„Meine Eltern haben Weihnachten immer grandios zelebriert. Ich habe auch nie einen doofen Pullover oder später nie die zehnte schreckliche Krawatte bekommen“, sagt Dirk Röding. Das schönste Geschenk war eine elektrische Eisenbahn, als er sechs Jahre alt war. „Die hat alles getoppt. Ich hatte auch nichts spitz bekommen, sie war plötzlich an Heiligabend aufgebaut.

Zwergpapagei

Pleiten, Pech und Pannen gab es bei Sonja Hammerschmidt noch nie an Weihnachten. Außer vielleicht einmal: Da hatte es so geschneit, dass die Eltern nicht von Plettenberg nach Nachrodt kommen konnten. „Wir hatten die Fleischwurst, die Eltern den Kartoffelsalat und wir kamen nicht zusammen“, erzählt Sonja Hammerschmidt lachend.

20 Jahre hatte Sonja Hammerschmidt einen Zwergpapagei, den sie zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte.

Am liebsten erinnert sich die UWG-Vorsitzende an ein Weihnachten, als es unerwartet einen Vogel gab. Er hieß Coko. „Das war natürlich ein super Geschenk. Es war ein Zwergpapagei, der dann 20 Jahre alt geworden ist. Zwischen ihm und mir gab es eine dicke Freundschaft. Er war so zahm, dass ich ihn in die Hand legen und kraulen konnte. Später konnte er nicht mehr fliegen und ist mir dann immer hinterhergelaufen.“

Stereoanlage

Für wen ist denn die Stereoanlage? Christian Pohlmann hatte mit seinen zwei Geschwistern schon alle Geschenke ausgepackt und immer wieder zu der Stereoanlage geguckt, die unterm Weihnachtbaum stand, aber nicht eingepackt war. „Zum Schluss stand sie immer noch da und dann war sie wirklich für mich. Das fand ich unglaublich, da hätte ich nie mit gerechnet“, erzählt der SPD-Ratsherr von Weihnachten in seiner Kindheit. Da war er neun Jahre alt.

Christian Pohlmann konnte es gar nicht glauben, als er eine Stereoanlage bekam.

Total blöde Geschenke hat er nie bekommen. „Wir haben als Kinder unsere Wunschzettel in den Nikolausstiefel gesteckt, damit der Nikolaus sie zum Christkind bringen konnte.“ So machen es heute auch seine Kinder. „Die Wünsche sollen schon erfüllt werden, aber natürlich nicht alle. Wir machen uns auch Gedanken darum, dass es nur ein Geschenk gibt, mit dem man sich intensiv beschäftigen kann, und nicht viele, die man einfach weglegt, wenn es nicht sofort klappt, und dann zum nächsten übergeht.“ Übrigens: Für alle Familienmitglieder gemeinsam gibt es in diesem Jahr eine Playstation.

Echte Kerzen

Ein Zehn-Liter-Wassereimer stand vorsichtshalber immer im Wohnzimmer, denn in der Kindheit von Heinz Even gab es immer einen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen. „Wir waren vier Kinder. Der Weihnachtsbaum wurde immer im Geheimen geschmückt. Wir sind dann mit Papa spazieren gegangen und mussten später in der Küche warten, bis ein Glöckchen klingelte“, erzählt der Vorsitzende des TuS Nachrodt.

Heinz Even ist Vorsitzender des TuS Nachrodt. Mit 18 Jahren bekam er die geliebte Kamera.

Zum Essen gab es Gänsebraten und „auch eine Pute, weil wir so viele Leute waren.“ Sein Lieblingsgeschenk bekam Heinz Even, als er 18 Jahre alt war. „Einen Fotoapparat. Den hatte ich mir gewünscht, damit ich für das Altenaer Kreisblatt Fotos machen konnte. Ich bin mit meiner Schwester durch die Gegend getingelt. Meine Schwester hat geschrieben, ich habe fotografiert. Das war eine tolle Zeit“, erzählt Heinz Even, der sich auch eine Dunkelkammer im Keller einrichtete. „Da konnte man sich kaum drin bewegen, aber es war super“, erinnert sich der Nachrodter.

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