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Besondere Feier: Flüchtlinge wirken an Friedensgebet mit

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Von: Fabienne Schwarzer

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Trotz der bedrückenden Umstände, schafften es die ukrainischen Mädchen, alle Anwesenden mit guter Laune in den Abend zu entlassen.
Trotz der bedrückenden Umstände, schafften es die ukrainischen Mädchen, alle Anwesenden mit guter Laune in den Abend zu entlassen. © Fabienne Schwarzer

Einen besonderen Gottesdienst feierten Besucher am Sonntag in Einsal. Ukraine-Flüchtlinge wirkten an der Gestaltung des Friedensgebetes mit. Es gab auch einen Grund, gemeinsam zu feiern.

Nachrodt-Wiblingwerde – Am Sonntag war für die orthodoxe Glaubensgemeinde ein besonderer Feiertag, der Ostersonntag. In der Ukraine bildet die orthodoxe Kirche den größten Teil. Allerdings konnten viele Ukrainer dieses Ostern aufgrund des Krieges nicht in ihrer Heimat verbringen.

Die evangelischen und katholischen Gemeinden aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde entschieden sich deshalb, mit den Geflüchteten aus der Ukraine in der St.-Michaels-Kapelle gemeinsam das orthodoxe Osterfest zu feiern.

Seit Beginn des Krieges treffen sich die Geflüchteten, die Katholiken und Protestanten aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde regelmäßig zum gemeinsamen Friedensgebet. Im Vorfeld des Gottesdienstes hatten sich einige Leute aus der Nachbarschaft der Geflüchteten bereit erklärt, sie nach Düsseldorf zu einer großen orthodoxen Messe zu fahren.

Jeder, der an dem Gottesdienst teilnahm, bekam einen Papierengel, auf dem auf ukrainisch „Ich bin bei dir“ stand. Den gemeinsamen Gottesdienst verbrachten Protestanten, Katholiken und orthodoxe Gläubige.
Jeder, der an dem Gottesdienst teilnahm, bekam einen Papierengel, auf dem auf ukrainisch „Ich bin bei dir“ stand. Den gemeinsamen Gottesdienst verbrachten Protestanten, Katholiken und orthodoxe Gläubige. © Fabienne Schwarzer

Vor dem Altar in Einsal stand dann, wie auch zu jedem anderen gemeinsamen Gottesdienst, eine Kugel aus Stacheldraht. Sie erinnert an die schlechten Dinge, die in der Welt passieren, und ist derzeit umwickelt mit blauen Bändern. In ihr befinden sich gelbe Rosen, sodass sie die Farben der Nationalflagge der Ukraine zeigt.

In der Kugel hängend findet sich aber auch ein Ölzweig, „der Palmzweig soll die Hoffnung auf Frieden symbolisieren”, erklärt Carsten Menzel. Er zählt zum Leitungsteam der evangelischen Kirchengemeinde Altena.

Den Gottesdienst besuchten und gestalten neben Deutschen auch viele Ukrainer, weshalb große Teile und vor allem das Friedensgebet gegen Ende ins Ukrainische übersetzt wurden. Die Anwesenden beteten für Frieden und diejenigen, die sich dafür einsetzen.

Pfarrer Wolfgang Kube zeigte sich erschüttert über diese Zeiten: „Wir sind, wie die ersten Jünger, sprachlos als sie vor dem leeren Grab standen”. Auch das Vater Unser wurde im Wechsel auf Deutsch und Ukrainisch gesprochen.

Der Tag endete damit, dass vier der geflüchteten Kinder ukrainische Lieder sangen. Sie schlossen den Gottesdienst so trotz der Umstände mit guter Stimmung.

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