Abwassergebühr steigt teils drastisch

Für 2014 plant das Abwasserwerk mehrere Kanalsanierungen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Müllgebühren werden im nächsten Jahr geringfügig sinken (wir berichteten), dafür müssen sich die Bürger aber auf höhere Abwassergebühren einstellen. Eine Anhebung der Gebühren für Schmutzwasserbeseitigung und Regenwassereinleitung hat der Hauptausschuss dem Gemeinderat am Dienstagabend empfohlen.

Grundlage der Empfehlung ist die neue Kalkulation, die Kämmerin Gabriele Balzukat für das Abwasserwerk aufgestellt hat. Darin geht sie von steigenden Kosten für Strom, Kanalreinigung, Inspektion und Wartung aus. Rund 13 500 Euro mehr sollen dafür im nächsten Jahr anfallen. Den hohen Aufwand für die vorgeschriebene regelmäßige Überprüfung der Pumpwerke hofft Balzukat aber für die Zukunft verringern zu können, indem weitere Pumpwerke mit Fernüberwachungseinrichtungen ausgestattet werden. Neun Pumpwerke, die Abwasser aus kleineren Ortschaften und tiefer liegenden Nebenkanälen in höher liegende Hauptsammler befördern, sind damit bereits ausgestattet, für die Nachrüstung von zwei weiteren stehen im Wirtschaftsplan für das nächste Jahr 15 000 Euro bereit. Außerdem rechnet die Kämmerin für 2014 mit Ausgaben in Höhe von 385 000 Euro, um notwendige Sanierungsarbeiten im Kanalnetz durchzuführen. Zusammen mit ohnehin geplanten Sanierungsmaßnahmen (125 000 Euro), mit der Erschließung des Neubaugebiets Alter Sportplatz in Wiblingwerde (60 000 Euro) und Ausgaben für Maschinen und Geräte (2500 Euro) summieren sich die Investitionsausgaben des Abwasserwerkes im nächsten Jahr voraussichtlich auf fast 590 000 Euro.

Einen Großteil der gesamten beim Abwasserwerk bestehenden Ausgaben macht aber nach wie vor der Beitrag an den Ruhrverband aus, den das Essener Wasserwirtschaftsunternehmen dafür einsetzt, öffentliche Gewässer reinzuhalten. 872 000 Euro wird Nachrodt-Wiblingwerde dafür im nächsten Jahr überweisen müssen.

Aus all diesen Kosten ergibt sich die Abwassergebühr für das Jahr 2014 und teilweise auch für die Folgejahre. Die Schmutzwassergebühr wird sich um 5 Cent (1,2 Prozent) auf 4,22 Euro pro Kubikmeter erhöhen. Für Niederschlagswasser, das in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird, müssen Grundstückseigentümer ab 1. Januar jedoch 1,22 Prozent weniger bezahlen. Dann werden für einen Quadratmeter versiegelter oder bebauter Fläche nur noch 81 anstatt 82 Cent fällig. Wie sich diese Gebühr in Zukunft entwickeln wird, ist derzeit schwer abzusehen. Die Berechnungsgrundlage dafür sei mittlerweile zehn Jahre alt und müsse durch ein Fachbüro überprüft werden, teilte Sachbearbeiter Ingo Levermann dem Hauptausschuss in einem Papier mit.

Deutlicher teurer wird die Abwasserbeseitigung ab Januar für Grundstücksbesitzer, die nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen sind und ihr Abwasser deshalb in Kleinkläranlagen sammeln, aus denen es dann abgefahren werden muss. Für sie steigt die Gebühr um fast ein Viertel auf 104,54 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommt noch, dass sie auch eine um 18,5 Prozent höhere Grundgebühr bezahlen müssen: Pro Einwohner eines Grundstückes, das an solche Kleinkläranlagen angeschlossen ist, werden ab Januar 46,31 Euro fällig.

Nicht ganz so hart trifft es Grundstücksbesitzer, die ihre Abwässer in feste Gruben leiten. Deren Leerung wird mit 30,36 Euro pro Kubikmeter um rund 20 Prozent teurer. Allerdings wird dafür eine höhere Grundgebühr pro Einwohner erhoben. Sie steigt im nächsten Jahr um 12,7 Prozent auf 63,67 Euro.

Die Gebührenerhöhungen hätten allerdings noch drastischer ausfallen können, könnte das Abwasserwerk nicht auf insgesamt fast 49 000 Euro aus zwei Sonderposten zurückgreifen, die den Anstieg etwas abmildern. In den beiden Sonderposten „Schmutzwasser“ und „Niederschlagswasser“ hatte das Abwasserwerk Gebührenüberschüsse vergangener Jahre „geparkt“, um sie zum Ausgleich von Gebührendefiziten zu verwenden. Das ist nun im Jahr 2014 der Fall. Die Gebührenzahler erhalten also Geld, dass sie vorher zuviel bezahlt haben, durch ermäßigte Gebührensätze zurück. - Volker Griese

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