Bündnisgrüne fordern Flüchtlingskonzept

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An der Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung scheitert es in Nachrodt-Wiblingwerde nicht: Immer wieder werden die Flüchtlinge mit Spenden bedacht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Kreisverband von B90/Die Grünen interessiert sich für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Doppelgemeinde. Nach einer Besichtigung der Unterkünfte an der Hagener Straße hat sich die Partei nun mit einem Antrag an die Bürgermeisterin und den Rat gewandt.

Von Volker Griese

Die Bündnisgrünen-Kreisvorsitzende Sylvia Olbrich hat mit einigen Mitgliedern des B90/Die Grünen-Ortsverbandes Iserlohn und in Begleitung eines Mitarbeiters der Gemeinde die Flüchtlingsunterkunft besucht. Sie hätten dabei „die Bemühungen der Mitarbeiter der Gemeinde wahrgenommen, die Lebensbedingungen der teilweise stark traumatisierten Flüchtlinge zu verbessern“, erklärte Olbrich anschließend.

Trotz dieser Bemühungen seien aber Mängel in der Unterbringung festgestellt worden, „die jedoch auch der klammen finanziellen Lage der Kommune geschuldet sind“, wie die Politikerin aus Iserlohn erkannte. „Aber auch mit wenigen Mitteln kann man viel erreichen, zum Beispiel durch die von Bürgern zur Verfügung gestellten Spenden. Eine defekte Waschmaschine konnte daher zeitnah ausgetauscht werden“, nahm Olbrich zur Kenntnis. Gleichzeitig stellte sie aber auch fest, dass weiterhin Möbel und Geräte wie zum Spülen und Betten benötigt würden.

Dass zwei Familien, die seit langer Zeit in den Flüchtlingsunterkünften untergebracht waren, nun eigene Wohnungen beziehen sollen, betrachtete Sylvia Olbrich als weiteres positives Beispiel für die Bemühungen der Gemeinde. „Dies hätte aber eigentlich schon viel früher passieren müssen und ist gerade bei einer Familie hoch notwendig ist, da der Familienvater an körperlichen und seelischen Krankheiten leidet und für ihn die Unterbringung in den Häusern eine ständige Belastung darstellt, die sein Krankheitsbild verstärken“, urteilte die Grünen-Politikern. Hierzu liege nach Aussagen des Bewohners schon seit etwa fünf Monaten ein Gutachten der Gesundheitsbehörden vor.

Als unhaltbaren Zustand bezeichnete Olbrich, dass notwendige Arzttermine der Kinder verschoben oder sogar abgesagt werden müssen, weil nötige Papiere durch zuständige Behörden in Altena nicht oder zu spät ausgestellt werden. „Hier bedarf es dringender Klärung, da ein Verschulden der Nachrodt-Wiblingwerder Verwaltung nicht festzustellen war“, sagte Olbrich.

Die Bündnisgrünen im Kreis werden nach Aussage ihrer Vorsitzenden die weitere Entwicklung in Nachrodt-Wiblingwerde genau verfolgen und begleiten und sich für die Flüchtlinge weiter einsetzen. „Wir hoffen, dass es die versprochenen Verbesserungen in naher Zukunft geben wird“, sagte Olbrich.

Sein Anliegen will der Bündnisgrünen-Kreisverband einem Antrag an die Bürgermeisterin und den Rat der Gemeinde untermauern. Darin wird gefordert, dass die Gemeinde ein Konzept für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen erarbeitet. Dieses Konzept solle unter anderem die schulische und pädagogische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, Sprachkurse, eine Gesundheitsbetreuung sowie eine ausgewogene und sozialverträgliche Verteilung von Wohnungen und Unterkünften enthalten. In Nachrodt-Wiblingwerde werde zwar bereits in einem gewissen Rahmen durch ehrenamtliche Kräfte Unterstützung für die Flüchtlinge geleistet. Die zunehmende Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge erfordere jedoch ein Konzept, um passgenaue Hilfen anbieten zu können, Doppelstrukturen und eine Überforderung der Ehrenamtlichen zu vermeiden. Bürgermeisterin Birgit Tupat will den Antrag dem Rat für seine Sitzung am 22. Juni vorlegen.

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