Ordnungsbehördliches Verfahren

Beschwerden der Nachbarn und Kummer in der Bäckerei

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Bäcker Jens Christian Brockmann (Mitte) mit Manfred und Robin Hohage.

Nachrodt-Wiblingwerde - Dass Mitarbeiter des Kreises nicht nachts durch die Stadt fahren, um Missstände aufzudecken, ist klar. „Wir haben Hinweise bekommen“, sagt der Pressesprecher des Märkischen Kreis. Die bereiten Jens Christian Brockmann jetzt erheblichen Kummer mit seinem Backstübchen.

Im August 2016 wurde die bauaufsichtliche Genehmigung für den Umbau und die Erweiterung an der Nachrodter Straße 4 vom Märkischen Kreis erteilt. 

50 Quadratmeter ist die Backstube groß, 25 Quadratmeter misst der Verkaufsraum, der neben der Pizzeria entstand – ermöglicht durch Manfred und Robin Hohage. Heute fast genau vor einem Jahr wurden die ersten Brötchen verkauft. Und nun? Gibt es Ärger. Denn Betriebszeiten an Werktagen zwischen 2 Uhr in der Nacht bis 18 Uhr abends wurden erlaubt. 

Nicht mehr und nicht weniger. „Das Problem ist, dass Herr Brockmann schon um 23 Uhr anfängt und die ganze Nacht produziert“, erklärt Pressesprecher Hendrik Klein das Einschreiten des Kreises und das eingeleitete ordnungsbehördliche Verfahren, das aufgrund von Beschwerden aus der Nachbarschaft über nächtliche Lärm- und Lichtbelästigungen außerhalb der genehmigten Betriebszeiten nun mit der Androhung von Zwangsmitteln und der Forderung, die Auflagen der Baugenehmigung zu erfüllen, bei Jens Christian Brockmann für schlaflose Nächte sorgt. 

Brockmann müsse spätestens um 23 Uhr beginnen

Die hat er als Bäcker zwar ohnehin, doch er sorgt sich um seine Existenz. „Fest steht, dass das Geschäft den Bach runtergeht, sollte eine Sonntagsöffnung untersagt werden, weil die Kunden dies heutzutage einfach verlangen. Unter der Woche muss ich spätestens um 23 Uhr anfangen. Das ist unabdingbar, um die rechtzeitige Belieferung von drei Kostal-Kantinen sicherzustellen, was wiederum ein Standbein des Geschäfts ist, auf das ich ganz dringend angewiesen bin“, sagt der junge Bäcker aus Wiblingwerde. 

„Es kommt jetzt nicht die große Keule“, so Hendrik Klein und verweist auf einen Nachtrag zur bauaufsichtlichen Genehmigung, den der Bäcker beantragen kann –und jetzt auch beantragt hat. „Dieser Antrag wird jetzt geprüft“, so Hendrik Klein. Bis zur Entscheidung muss sich Jens Christian Brockmann an die aktuellen Vorgaben halten. Dazu gehört übrigens auch ein Immissionsrichtwert von 45 dB (A). An Arbeitsstätten ist der Schalldruckpegel so niedrig zu halten, wie es nach der Art des Betriebes möglich ist. 

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