Brücken-Kita auf der Kippe

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Sabrina Lippert (links) und Susanne Jakoby beim Begegnungscafé für Flüchtlinge im katholischen Vereinshaus.

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein bisschen tricksen muss Sabrina Lippert immer. Gerade, wenn die Flüchtlingsbetreuerin der Gemeinde glaubt, dass alles wie am Schnürchen läuft, kommen neue Flüchtlinge in die Gemeinde.

Vor zwei Wochen ist eine junge Mama mit ihrer dreijährigen Tochter aus der Mongolei nach Nachrodt gekommen. Und auch eine kleine Familie aus Guinea stand „auf der Matte“. „Anfang Oktober kam eine Mutter mit zwei Kindern aus dem Iran. Wir hatten zum Glück noch eine Wohnung fertig, die aber eigentlich zu groß ist“, erzählt die Flüchtlingsbetreuerin, die aktuell etwa 35 Menschen betreut – zuzüglich den anerkannten Flüchtlingen, die zwar theoretisch aus ihrer Zuständigkeit fallen, aber immer noch unterstützt werden.

Für Notfälle möchte Sabrina Lippert weitere Wohnungen anmieten. Denn die Zuweisungen kommen manchmal aus heiterem Himmel – und von der Ankündigung der Bezirksregierung bis zum Eintreffen der Flüchtlinge liegen gerade mal zehn Tage.

 Unterdessen ist das Begegnungscafé für Flüchtlinge und Einheimische ins katholische Vereinshaus umgezogen. Jetzt war das erste Treffen dort, nachdem die Räume an der Hagener Straße 96 nicht mehr zur Verfügung standen.

„Wir lassen das bis Ende des Jahres noch laufen“

„Es wäre schön, wenn wir hier auch das Weihnachtsfest feiern könnten“, meinte Susanne Jakoby, der – wie auch beispielsweise Birgit Hirt, Elfriede Sickart, Lotte Glasow oder Gudrun Hoffmann – das Wohlergehen der Flüchtlinge am Herzen liegt. Auch klappt der interne Erfahrungsaustausch der Ehrenamtlichen, obwohl der Flüchtlingskreis selbst ein wenig in der Versenkung verschwunden ist. Sabrina Lippert koordiniert nun die Treffen. Paten zu finden, das ist allerdings nicht mehr so einfach. „Man benötigt viel Zeit, ein Auto und muss auch die englische Sprache beherrschen“, meint Elfriede Sickart.

Elfriede Sickart (links) gehört zu den rührigen Nachrodt-Wiblingwerdern, die sich für die Flüchtlinge engagieren.

 Was aktuell leider gar nicht angenommen wird, ist der Brückenkindergarten. Die neue Brückenkita unter der Federführung der Awo schlägt eine Brücke zwischen dem Ankommen in Deutschland und dem Besuch des Kindergartens. Die Brückenkita ist also für die ganz Kleinen und für die Mädchen und Jungen, die noch keinen Kindergartenplatz bekommen haben. Doch: Die Mütter, die ihre Kinder in die Brücken-Kita geschickt hatten, nehmen jetzt an einem Integrationskurs mit Kinderbetreuung teil. Andere haben den Weg ins Jugendzentrum noch nicht gefunden. Dort nämlich ist die Brücken-Kita aktuell untergebracht, nachdem auch sie aus dem Haus Hagener Straße 96 ausziehen musste.

„Wir lassen das bis Ende des Jahres noch so laufen. Es macht ja keinen Sinn, daran jetzt etwas zu ändern. Wir haben aber auch einen Antrag für das nächste Jahr gestellt. Da müssen wir gucken, ob wir den eventuell zurückziehen“, sagt Susanne Jakoby in ihrer Funktion als Betriebsleiterin der Awo für Bildung, Beruf und Integration im Unterbezirk Hagen, MK.

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