Bebauungsplanänderung geplant

Ein Höllenritt am Steinstück

+
Steinstück-Bewohner im Gespräch mit den Politikern.

Nachrodt-Wiblingwerde - Einstimmig. Das beeindruckte den Bewohner des Steinstücks 63 durchaus. Einstimmig sind die Mitglieder des Rates der Ansicht, dass ein Entwurf zur Änderung des Bebauungsplanes Nr. 8 „Obstfelder Stall-Hardt“ vorbereitet werden soll.

Damit möchte man alte Zöpfe abschneiden und das Parken auf den Grundstücken erlauben. Mit Einschränkungen wohlbemerkt. Das Parken im aktuell noch autofreien Wohngebiet soll dann auf Stellplätzen vor den Häusern möglich sein. Wenn ausreichend Platz vorhanden ist. Und: Da sich das Verfahren hinziehen kann, soll das gemeindliche Einvernehmen für die jetzt gewünschten Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. 

Auch die vor kurzem zurückgewiesenen Anträge sollen jetzt positiv beschieden werden. „Wenn Anträge bei uns eingehen, würden wir sie beim Kreis befürworten, weil alles andere jetzt nicht möglich ist“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. 

Also auch beispielsweise für den Bewohner des Steinstückes 63, der sein Anliegen bereits im Bauausschuss vorgetragen hatte (das AK berichtete) und der sich jetzt während der Sitzung des Rates noch einmal zu Wort meldete. „Vor unserer Haustür auf unserem eigenen Grundstück können wir ein Auto parken, ohne dass wir jemanden behindern.“ 

Seine kleine Tochter leidet an Diabetes Typ 1. Für seine Frau sei es ein Höllenritt, um die Insulinabgabe und medizinische Betreuung sicher zu stellen, zur Schule hin- und herzufahren, und den Wagen nicht in der Nähe zu haben. 

Der Bebauungsplan ist von 1978. An Elektroautos hat damals auch noch keiner gedacht. Jetzt aber hat auch ein Steinstück-Bewohner ein solches Fahrzeug. „Ich muss ja irgendwo Strom tanken. Ich bin selber schuld. Ich hatte mir gedacht, dass ich eine Kabeltrommel zur Straße legen kann. Bis ich erfuhr, dass ich in der Haftung bin, wenn etwas passiert“, so der Bewohner, der gern vor seiner Tür parken möchte, um sein Elektroauto laden zu können. 

Wenn der neue Plan erarbeitet wird, startet ein ganz normales Verfahren mit Offenlage, bei der dann auch Einwendungen eingehen können. Über diese muss dann entschieden werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare