Gesperrte L692: Nicht jeder hat's verstanden

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Deutlicher geht’s nicht: Die Landstraße 692 ist gesperrt. Manche Fahrer stellen die Baken aber einfach zur Seite und fahren trotzdem durch.

Nachrodt-Wiblingwerde - Nicht alle Autofahrer hielten sich an den ersten Tagen an die neue Verkehrsführung in Wiblingwerde. Wer die Schilder absichtlich missachtet, für den wird es richtig teuer.

Durch die seit Montag (3. August) gesperrte L692 müssen vor allem Pendler längere Umleitungen in Kauf nehmen. Wer vom Berg ins Tal möchte, fährt nun die Brachtenbeck runter. Wer hoch möchte, muss den Kreinberg hinauf.

Beide Strecken sind als Einbahnstraßen ausgewiesen. Denn die Landstraße ist zwischen der Fahrspurverengung in Höhe Eilerde und der Dorfeinfahrt Rennerde voll gesperrt. 

Bis Ende November soll dort in zwei Bauabschnitten die Fahrbahn saniert werden. „Ich würde schon sagen, dass es besser funktioniert als beim ersten Bauabschnitt“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. 

Fahrer stellen Baken  zur Seite

Gerade ortskundige Fahrer hätten die Umleitungen gut angenommen. Da spüre man noch die Gewohnheit durch die erste Baumaßnahme in den Serpentinen, als Autofahrer bereits die Umleitung nutzen mussten. 

Doch noch sei nicht alles perfekt. Sebastian Putz fielen am Dienstagmorgen noch Schilder in Nachrodt auf, die nicht durchgestrichen waren. 

Wegweiser geändert

Beispielsweise der braune Wegweiser in Richtung Brenscheider Mühle und ein Schild in Richtung Wiblingwerde am scharfen Eck. Das wurde umgehend geändert. 

Wer die Serpentinen hinauf fährt in Richtung Rennerde, steht vor zahlreichen rot-weißen Baken. Kein Durchkommen, nicht einmal über den Rand der Wiese. 

Während die meisten Fahrer frustriert umdrehten, hatten andere deutlich kreativere Ideen: Aussteigen, Baken an die Seite stellen, einsteigen, weiter fahren. Was dreist klingt, war am Montagabend keine Seltenheit. 

Fahrt durch Baustelle "kann böse enden"

Die Bagger und Gräben waren auf diesem Streckenabschnitt nämlich noch nicht zu sehen. Es sah so aus, als sei eine heile und leere Straße gesperrt. „Baufirmen sind nicht verpflichtet, Baufelder in Vollsperrungen am Abend zu räumen und Gräben zu schließen. Das kann böse enden“, warnt Sebastian Putz. 

Und so war es auch: Tiefe Fräskanten, Steine, aufgerissener Asphalt, Bagger und vieles mehr verbargen sich hinter dem Berg. „Da ist ein Auto schnell kaputt – und das ist kein Versicherungsschaden“, betont der Ordnungsamtsleiter. 

Die Baken, die halbseitig offen stehen gelassen wurden, animierten natürlich weitere Fahrer, die gesperrte Strecke zu nutzen. Deutlich besser läuft es aktuell in den Einbahnstraßen Brachtenbeck und Kreinberg. 

Zwar gibt es immer noch einige, die die Schilder übersehen und verkehrt herum hineinfahren, aber insgesamt deutlich weniger als noch während der ersten Sperrung. Da waren die Falschfahrer über Wochen das Aufregerthema in der Gemeinde. 

Ausnahmen für vier Familien 

„Dennoch sind wir im Gespräch mit der Polizei. Es werden in den kommenden Tagen verstärkt Kontrollen stattfinden. Denn mit dem Fehlverhalten ist auch ein Sicherheitsrisiko verbunden“, sagt Sebastian Putz

 Marcel Dilling, Sprecher der Märkischen Kreispolizeibehörde, bestätigt das: „Die Altenaer Kollegen werden ein Auge auf die Sperrung und die Umleitung haben.“ Wer erwischt wird, muss zahlen. 25 Euro kostet es, falsch durch die Einbahnstraße zu fahren. 50 Euro, wenn man die Sperrung missachtet. 

Vorsätzliches Missachten wird teuer

„Das sind die normalen Sätze. Denn hierbei unterstellen wir in der Regel Fahrlässigkeit. Also, dass der Fahrer das Schild nicht gesehen hat. Aber wer die mehr als deutliche Sperrung an der L692 missachtet oder gar die Baken an die Seite stellt, handelt vorsätzlich“, betont der Polizeioberkommissar. 

Bei einem vorsätzlichen Vergehen, kann ein doppeltes Bußgeld verhängt werden. Ob es dann auch einen Punkt in Flensburg gibt, entscheidet die Bußgeldstelle. 

Eine Ausnahme gibt es: Vier Familien, die im Baustellenbereich wohnen, dürfen die Sperrung nach Absprache umfahren. Sie stehen dazu in Kontakt mit der Baufirma.

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