Baustelle L 692: Besondere Fräse für Gräben im Einsatz / Felsiger Untergrund erschwert Arbeit

Aufriss im Schongang

+
Viel Staub, wenig Mühe: Maschinenführer Thorsten Rath arbeitet sich mit der Fräse am Trecker Meter um Meter an der L 692 durch den Boden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wie ein Messer durch eine Sahnetorte gleitet die schwere Grabenfräse durch den Boden. Fünf Tonnen wiegt das Kraftpaket aus Stahl und ist doch ganz sanft. Für die Arbeiten an der L 692 ist der Zeitplan eng gestrickt. So schnell wie möglich soll die Sperrung wieder aufgehoben werden.

 Zu den aufwendigsten Arbeiten gehören die zwei Gräben, die aktuell rechts und links neben der Fahrbahn entstehen. Einer ist inzwischen schon fertig. In 1,20 Metern Tiefe liegt dort bereits ein Leerrohr. So muss bei einer zukünftigen Leitungsverlegung die sanierte Straße nicht erneut aufgerissen werden. Dort, wo bislang die Oberleitungen der Telekom die Straßen querten, wurden mit dem Bagger Gräben quer über die Straße gegraben. Eine mühsame Arbeit. Zudem geht bei den Ausschachtungen per Bagger viel Asphalt kaputt. Die Ränder des Grabens reißen aus. Das ist schlecht. Eigentlich sollte der Asphalt möglichst gut erhalten bleiben, denn die Sanierung der L 692 erfolgt im Hochbauverfahren. Das bedeutet, dass drei Schichten – insgesamt etwa 24 Zentimeter – Asphalt auf die bisherige Fahrbahn aufgetragen werden. Gemeinsam wurde überlegt, wie sich die Schäden im Rahmen halten könnten. Die Lösung für das Problem stand direkt am Wegesrand: die Grabenfräse von Tiefbauer Siegmund Müller am Höchsten. „Bei guten Bedingungen schafft die Fräse 400 Meter Graben in einer Stunde. Wir müssen einfach mal probieren, ob es hier klappt“, sagt Thorsten Rath, der den Trecker mit dem schweren Gerät fährt. Die Fräse ist so eingerichtet, dass sie einen 1,20 tiefen Graben fräst und dabei den Boden direkt so hinausschmeißt, dass dieser später mühelos mit einem Bagger wieder in den Graben geschoben werden kann und die Löcher so schnell wieder geschlossen werden. Die Hartmetallzähne der Fräse beißen sich regelrecht in den Boden hinein. Im Schritttempo fährt der Trecker mit der Fräse über den Straßenrand. Zurück bleibt ein Graben, so gerade wie mit einem Lineal gezeichnet. „Die Ränder sind glatt. Der Schaden an der bestehenden Straße ist erst einmal viel geringer als mit dem Bagger“, freut sich der Maschinenführer. Doch er weiß auch: „Wir sind hier im Mittelgebirge. Hier sind überall felsige Abschnitte. Die können uns echt aufhalten.“ Doch erst mal läuft es gut. Von Rennerde aus geht es in Richtung Eilerde den Berg hinauf. Doch in Höhe Großenhahn kommt die Maschine ins Stocken. „Wir sind auf Felsen gestoßen. Hier geht es auch für uns nur im absoluten Schneckentempo voran“, sagt Thorsten Rath. Begleitet werden die Arbeiten von einer gigantischen Staubwolke. „Selbst die Fräse holt hier keine Felsbrocken mehr raus, sondern nur feines Mehl. Hier schaffen wir maximal zehn Meter in der Stunde“, erklärt der Fahrer. Nach dem felsigen Abschnitt müssen die Metallzähne an der Maschine ausgewechselt werden. Während der Graben für die Lehrrohre recht schmal war, wird der auf der anderen Seite deutlich breiter. Die Telekom verlegt dort die bisherigen Oberleitungen und die Kabel für den Breitbandausbau. Die Stadtwerke nutzen den Schacht für die Gasleitung nach Rennerde. „Hier werde ich zwei Mal direkt nebeneinander fahren müssen“, sagt Thorsten Rath. Wann die Gräben fertig sind, hängt ganz von der Bodenbeschaffenheit ab. Je mehr Felsen, desto langwieriger das Verfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare